Der Kulinarikpanther

Krapfen

Der Krapfen hat schon lange Tradition. Sehr lange. Bei den Römern würde es eine ausschweifende Frühlingsbacchanale geben - ein reizender Gedanke zu Fettgebackenem, Karl dem Großen - Charlemagne - hätte ich zu seiner Krönung zum römischen Kaiser im Jahre 800 einen crapho gebacken.  Im 15. Jahrhundert wäre ich Kraphenpacher genannt worden, zum Wiener Kongress im Jahre 1815 hätte ich bereits Millionen Stück dieses fetten, geilen, köstlichen Gebäckes hergestellt. Sehr lange sind diese Kleinen bereits mit dem Fasching verbunden, entnimmt man den 1804 erschienenen Briefen eines Eipeldauers, einer Kunstfigur des 19. Jahrhunderts:   "Wenn ich’s aber auch vergessen wollt’, dass wir noch im lustigen Fasching sind, so würden mich schon d’Krapfen dran erinnern."

Krapfen gibt es in den verschiedensten Formen: Rund, oval, mit einer Vertiefung in der Mitte als Bauernkrapfen und als Geburtstagskrapfen, auch Ausgezogene, Knieküchle oder Kiachln g`nannt. Ein besonders netter Name aus dem Norddeutschen und Dänemark finde ich Förtchen. Mit den verschiedensten Füllungen: Der Klassiker der Krapfen natürlich mit Marillenmarmelade, Vanillefüllung lehne ich grundlegend ab! Berliner Pfannkuchen werden mit Pflaumenmus oder ähnlichem gefüllt! Zum Beispiel Hagebuttenmark. Klingt gut!

Wenn man es so möchte liegt aber allen Krapfen dieser Welt zugrunde: Es beginnt die Fastenzeit und deswegen gab es früher das runde Backwerk, um Eier, Butter und Milchvorräte aufzubrauchen.


So lange ist es aber noch nicht her, dass ich dieses beste aller Krapfenrezepte bekommen habe. Und ja - es ist von einer burgenländischen Hochzeitsköchin! Das Rezept gelingt immer - liebe Kinder, wenn Ihr Geburtstag habt: Bittet Eure Eltern, dass sie euch Krapfen frisch zubereiten, denn: Warm und frisch herausgebacken sind sie am Allerbesten!



½ kg 480er

4 dag Staubzucker

5 dag Butter

4 Dotter

¼ l Milch

3 EL Rum

Schale von einer Zitrone

1 Prise Salz

1 Würfel Germ


Ab jetzt ist es ganz einfach: Die warme Milch mit der Butter, der Hälfte des Zuckers und der Germ anrühren. Alles vermengen, zwei Mal gehen lassen, daraus lassen sich ca. 16 Krapfen formen! Ich habe nur acht! daraus gemacht, der Umfang ist:

U= 2r x pi = d x pi = 43,96cm!

Das ist fast ein halber Meter Umfang eines Krapfen! Das wollen ihre Kinder! Jetzt! Mit hausgemachter Marillenmarmelade!

An die Arbeit: