Der Mürzpanther

Im Selbstversuch

Natürlich hat es einen Anlass dafür gegeben: Das „soziale“ Wien und die Parkgebühren; Notstandsbezieher und die Relation zu zwei Stunden lang parken. Das Auto, natürlich meines. Nur zwei Stunden lang steht das Auto in einer Stadt, die Parkpickerlzonen, Parkvignetten und Ähnliches aufzuweisen hat. Man zahlt. Kaum stellt man das Auto ab, zahlt man. Für das Abstellen! Zwei Euro und zehn Cent! Für eine Stunde. Andere in dieser Stadt haben nicht einmal das Notwendigste. Deswegen beschloss ich vor bereits langer Zeit den Versuch zu unternehmen, meinen Speiseplan und damit meine Ernährung an zwei Stunden parken in Wien anzugleichen. Der Gedanke ruhte lange.


Bis zum 7. März dieses Jahres, als ein Artikel in der „Krone“ über das soziale Wiener Rotes Kreuz zu lesen war: „Für Menschen an der Armutsgrenze: Hochwertige Speisen um 174 € pro Monat. Wer kann bestellen? Bezieher der Mindestsicherung sowie Mindestpensionisten…“  


Aus wien.gv.at erfährt man: Höhe der Mindeststandards 2016: Alleinstehende, Alleinerzieherinnen oder Alleinerzieher: 837,76 Euro. 174€ sind fast genau 20% (in Worten: zwanzig) der Mindestsicherung. Ich habe recherchiert und stieß auf folgende Statistik: „Was den Bereich Lebensmittel angeht, leben die Deutschen auf äusserst kleinem Fuß. In einer Antwort des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen hieß es, nur in Großbritannien und Österreich sei der Anteil mit neun und 9,5 Prozent geringer gewesen.“  9,5% ist nicht einmal die Hälfte von 20%. Mahlzeit!


Rechnen Sie bitte nach: Der Durchschnitts-Österreicher, der 9,5% seines Einkommens, das sind in unserem Fall siehe WRK 175 € für Nahrumgsmittel = Essen ausgibt, verdient mehr als 1800 € netto, um auf die selben Ausgaben für Essen zu kommen, wie ein Bezieher der Mindestsicherung! Lassen Sie sich den Geschmack der Hilfsbereitschaft auf der Zunge zergehen. An Guaten!



Ich werde jeden Tag zwei vollwertige Essen konsumieren, mich normal ernähren. Wir beginnen heute, an diesem denkwürdigen 15. März des Jahres 2017 mit dem Projekt. Natürlich sind die Getränke ausgenommen. Wie auch bei den Sozialprojekten. Wir haben bereits begonnen und schon am ersten Tag - die Rechnung folgt - über die Stränge geschlagen: Lachspenne! Ich habe Pasta immer schon mögen!

Dazu das einfache Rezept: Zwiebel fein geschnitten - siehe „home“ Seite - diese und den Lachs in Olivenöl anbraten, mit crème fraiche binden und mit Pfeffer und frischer Petersilie bestreut auf Penne serviert! Dazu noch ein klein wenig Parmesan! Wahnsinn - jedesmal! Dazu reiche ich die Fotos.


Natürlich freue ich mich auf dieses „Ernährungsmonat“ auch, um mich mit Foodfotografie auseinander zu setzen.

Woche 1

Natürlich ist bereits viel Wasser durch die Mürz geflossen, ich bin Einiges schuldig! Fast eine Woche, ich habe gegessen. Ich war weg und unser Hund hat mir mein Schinkenbrot weggefressen. Eines von zwei! Zum Frühstück! Aber er schaut soooo lieb! Daneben ein Filmchen zu Polenta mit Speck: Wir gehen Holzhacken oder Skifahren und lassen Geschmacksexplosionen zu! Zum Frühstück gibt es Schinken - Käse - Vielerlei, und manches, was man vermisst, nicht mehr kennt, abschätzig bewertet. Früher. Nicht am Land. Heute ist es nicht mehr wegzudenken.  Mit frischer Petersilie:  Polenta, Speck, Gewürze!

Es ist nicht weiter verwunderlich - höchstens ein bisschen in der Fastenzeit: Ich bevorzuge in der Früh, am Vormittag, „salziges“. Dazu gehört auch Fleisch in Form von Schinken. Käse muss es auch unbedingt sein. Als Brote bereite ich sie mit Gurkerln oder einem Salatblättchen, auch mit Paprika. Es schmeckt etwas variantenreicher und interessanter! Auch stellt das Tägliche etwas Abwechslung dar. Natürlich habe ich beim Skifahren auch gefrühstückt: Ein Ei mit zwei Butterbroten. Mir geht nichts weiteres ab! Im Sommer habe ich dann Schnittlauch angebaut, die Vorfreude ist groß!

Aber was war der Speiseplan?


- Lachspenne,

- Hühnerschnitzerl mit Braterdäpfel,

- Polenta mit Gewürzen und Speck,

- Eine Einladung,

- Omelette mit feinen Kräutern,

- Carbonara - meine Interpretation,

- Fleisch - Gemüsespießchen mit Wedges.


Es gibt von allem Foto - und Filmdokumente, nicht gleich ausführlich.

Das Wichtigste am Omelette ist, das Klar zu schlagen! Es wird so fluffig!  Dann alle weiteren Zutaten hinein und herausgebacken. Das Schlagen können Sie links sehen - das hat soviel Sinn, wie an einer Bahnstrecke Züge zu beobachten! Die Woche endet heute, am Samstag. Sie war turbulent und das ist gut so. Die Rechnung stellt der Wirt, das bin ich. Und wir beginnen eine neue mit dem Abschluss eines samstäglichen, nacharbeitsamen Gericht mit wieder einmal Gemüse und Fleisch: Die Spießchen!

Woche 2&3

Pasta con arrabbia e Giorgio!


Es ist so müßig, etwas über einen Klassiker zu sagen, es gibt nichts Neues, keine Erfindungen. Es gibt nur Einen: Giorgio - Gaber!!! Seine „parole“ inspirieren, wie seine Melodien; in diesem Falle handelt es sich um einen Tango.  „No grazie, senza complimenti - in genere non m`interessa …“

Pasta mit arrabbiata und Gewürzen! Nicht einfallsreich aber immer köstlich!

Überbackene Schinkenfleckerln!


So wie in anderen Bundesländern findet man auch in Wien in jedem Seitental „Das Rezept“ für Schinkenfleckerl. Das einzige Original verrate allerdings ich Ihnen!

Aber - eine zweite Wahrheit:

Die besten Fleckerln - die besten Schinkenfleckerln hat auf jeden Fall die Oma gemacht! Ich will gar nicht daran rühren - weder an einem Rezept noch an einer Erinnerung!

Mir bleibt einzig ein eigenes Rezept zu finden: Mit Béchamel überbacken und gratiniert!


Fleckerln,

Käse,

Schinken,

Butter, Mehl und Milch und

Parmesan.


Es ist aufwendig, deswegen mache ich gleich eine Portion für zwei Mal!

Die Abrechnung: Einkauszettel inklusive als Pop up!

Mischbrot: 0,80 € für vier Tage mindestens! Emmentaler in Scheiben: 1,75 € für 4 Tage. Zwei Packungen Beinschinken oder Farmerschinken: 4,38 € für 5 Tage. Gurkerln, oder anderes Gemüse wie z. Bsp. Frische Paprika: 0,80 €, für 8 Tage. Butter: 1,60 € für zwei Wochen. Und jetzt rechnen wir den Tagesschnitt aus für meine Jausenbrote!

0,20 + 0,44 + 0,87 + 0,10+ 0,11 = 1 Euro 72 Cents für Mahlzeit Nr. 1.


Am Abend habe ich gekocht:

Lachspenne: Lachs (für zwei Personen oder zwei Mahlzeiten), 3,60€. Penne für mind. drei Portionen: 0,78€. 1 Crème fraiche: 0,64€. Kosten gesamt: 2,38 €.

Hühnerschnitzel mit Braterdäpfel: Hühnerfleisch (25% ermäßigt) drei Portionen: 6,90€. Erdäpfel: 5 kg (für ca. 20 Portionen): 2,49€. Kosten gesamt: 2,42€.

Polenta mit Gewürzen und Speck: Polenta 500gr (für mind. Drei Portionen): 0,80€. Speck 10dag.: 1,50€, Gewürze. Kosten gesamt: 1, 77€.

Omelette mit feinen Kräuter: Eier 4 Stück (10 St. Freiland: 2,19): 0,88€. Frische Kräuter wie Petersilie oder selbstgezogener Basilikum: 0, 90€. Kosten gesamt: 1,78€.

Carbonara, meine Interpretation: Penne (s.o.) und Speck (s.o.) und crème fraiche (s.o.). Kosten gesamt: 2,40€.

Fleisch - Gemüsespießchen mit Wedges aus dem Rohr: Huhn (s.o.), Zwiebel (2 kg für sicher 15 mal): 0,79€. Paprika frisch (500 g, für mind. 6 Tage): 1,99€. Erdäpfel (s.o.). Kosten gesamt: 2,97€.


In dieser Woche (7 Tage) habe ich für mein Essen ausgegeben: Im Schnitt pro Tag 4,02€! Ich werte nicht, aber … Ich bleibe dran!

Woche zwei und dtrei war - eh wie immer - viel zu tun, deshalb bin ich nicht immer zum Kochen gekommen; naja. Fertigpizza - aufgepimpt - und manchmal auch kalt. Und es schmeckt!

Aus der Küche:  

- Arrabbiata

- Überbackene Schinkenfleckerln und:

- Das Highlight: Selbstgepflückter Bärlauch, daraus ein Pesto an Penne mit etwas Hartkäse

- Eine Einladung

- Gebackene Hühnerschnitzerl mit Ofenerdäpfel

- Käsespätzle

- Straßburger Zwiebelkuchen

- und zum Abschluß dieser Wochen mache ich mir selbst Pizza!


Ich habe keine Ahnung warum: Irgendwann hat „man“ begonnen, den „Leuten“ einzureden, dass weisses Fleisch viel „gesünder“ wäre, als rotes. Niemand -eh wie immer- hat sich die Mühe gemacht, den fettgehalt zu re- cherchieren: jeweils frisch: Pute steht mit 15g/100g zu Buche, Schweine- fleisch mit 14g/100g.

Deshalb habe ich mir Hühnerfleisch gege- ben, à la österreich- isch. Gebacken.

Käsespätzle! Nochmals: Käsespätzle!

Teig, warmer geschmolzener Käse, mit viel, viel Röstzwiebel oben drauf: Das ist schlechthin „der“ Hammer! Und damit nicht genug: Ich begehe ein Sakrileg und „verfeinere“ - weil noch nicht geil genug - das Ganze mit einer Béchamelsauce. Das ist eines jener Gerichte, die man nicht für lediglich einmal zubereitet; davon hat man , davon habe ich gut zwei Portionen! Die Vorarlberger unter den Lesern mögen mir verzeihen - oder mich verdammen! Ich verstehe es! Gewürze: Salz und Pfeffer.

Links: Eine geschmackliche Überraschung - für mich: Straßburger Zwiebelkuchen.

- Blätterteig,

- 1 ½ kg Zwiebel,

- Fett,

- 2 Eier,

- 2 EL Stärkemehl,

- 1/8l  Sauerrahm,

- 100g Speck;


Die Zwiebel klein schneiden und glasig dünsten. Eier mit Sauerrahm und Stärkemehl verquirln (ein SUPER! Ausdruck) und zu den erkalteten Zwiebeln geben. Gut verrühren und abschmecken. Auf den Blätterteig und ab in`s Rohr bei ca. 200° C eine ¾ Stunde lang. Gewürze, frische wie getrocknete: Je nach Gusto!

Die Kleinchen haben verdient ihre Ferien angetreten; deshalb werden wir Erwachsene uns bis Ostern durchkonjugieren. Dabei verwenden wir die üblichen Methoden der Kinder; ich gebe einen Satz vor und Sie müssen ihn ergänzen. Also:


Wenn ich Essen verkaufen würde, würde ich Gewinn machen mit …

Wenn Du Essen verkaufen würdest, würdest Du Gewinn machen mit …

Wenn er/sie/es Essen verkauft, macht er/sie/es Gewinn mit …

Wenn wir Essen verkaufen würden, würden wir Gewinn machen  mit …

Wenn Ihr Essen verkaufen würdet, würdet Ihr Gewinn machen mit …

Wenn sie Essen verkaufen, machen sie Gewinn mit …


Bitte schreiben Sie mir - wir sind ein blog, ich werde laufend die Ergebnisse, so jugendfrei veröffentlichen! -, gemeint ist als Antwort nicht das Gericht, das Sie verkaufen.  

À propos Kleinchen: Ich liebe Pizza.

Mit Fisch, Schinken, Gemüse, Salami, einfach würzig mit allem. Und auch lediglich mit Paradeiser und Käse und Gewürz. Nur nicht mit Ei oder Würstchen.


Mein Rezept  ist nicht ausgefallen:


Der Germteig besteht aus Germ und Mehl und Wasser und Öl. Er geht zweimal. Und wird er gebacken mit eingekochtem Paradeismantsch, viel Käse darauf und heute verwende ich - siehe Präsentation links - Sardellen; eingelegt in Öl und scharf! Dazu Zwiebel und natürlich: Das sizilianische Oregano! Höhepunkt, unübertreffbarwahnsinnigsupergeschmackvollmitnichtszuvergleichen!


Und das Allerwichtigste: Oregano ist nach dem Backen frisch auf die Pizza zu streuen! Bitte gebt niemals - wegen Geschmacksverlustes - den Oregano vor dem Garvorgang auf Eure Pizza!


P.S.: Das Bild mit dem Öl zeigt ein Eigenprodukt: Knoblauch, Chilli und Basilikum in Öl; als Würzmittel. Mehr braucht man nicht.

Unten: Es war eine Freude, pflücken zu gehen. Frühlingszeit ist Bärlauchzeit.

Dieses Gewächs spielt auf der Geschmacksorgel hinauf und hinunter. Ich habe daraus ein Pesto gemacht, mit Öl und ein paar Walnusskernen. Das Ganze im  Mixer gemixt, fertig. An heissen Nudeln entfaltet nicht nur der Bärlauch sein kräftiges und zugleich differenziertes Aroma, mit Wärme wächst auch die Feinheit vom Olivenöl. Das muss nicht einmal das Beste sein!

Die Brote sind gleich geblieben, nur habe ich statt Gurkerln oder Paprika frischen Bärlauch verwendet. 3- 4 mal sicher. Deshalb ziehe ich 0,05€ ab: 1,67€ p.d.


Arrabbiata: Penne 0,26€; 1 Glas Sugo: 1,20€; Parmesan (die Hälfte): 0,95€. Kosten gesamt: 4,08€.

Schinkenfleckerln: Fleckerln (1 kg: 1,28), 0,5kg: 0,64€, Beinschinken: 200g: 2,19€; Béchamel: ca. 0,60€; Von den Fleckerl habe ich übrigens am nächsten Morgen noch gegessen (ebendort berücksichtigt!). Kosten gesamt: 5,20€.

Fertigpizza: Pizzaboden: 0,65€; ½ Mozzarella gerieben: 0,93; und ½ Beinschinken: 1,10€; Kosten gesamt Tag 1 (ohne Frühstück): 2,68€. Tag 2 (mit Frühstück): 4,35€.

Das Pesto: 10 Minuten pflücken: 0,00€; Penne: 0,26€; Für das Pesto: Öl im Wert von 0,30€ und Nüsse im Wert von 0,50€. Kosten gesamt: 2,73€.

Hühnerschnitzerln mit Ofenerdäpfel: Erdäpfel: 0,30€; Hühnerschnitzerl: 2,30€; Panier: 0,22 für das Ei, etwas Mehl und Brösel: 0,20€; Kosten gesamt: 4,69€.

Käsespätzle: Spätzle frisch: 1,29€; ½ Mozzarella: 0,93€ und Emmentaler 200g: 1,15€; Zwiebel: 0,20€; (davon hebe ich wieder am nächsten Tag ein Frühstück gehabt; siehe ebendort!). Kosten gesamt: 5,24€.

Straßburger Zwiebelkuchen: 1,25 kg Zwiebel: 0,60€; 1 Blätterteig: 0,65€, 1 Sauerrahm: 0,55 und 100g Bauchspeck: 1,10€. Kosten gesamt: 2,90€.

Pizza für zwei Tage: Mehl, Germ und Öl: 0,47€; Auflage: Zwiebel: 0,20€ und Sardellen 60g: 0,86; Kosten gesamt für 1 Tag: 3,20€. Für Tag 2: 1,76€.


In dieser Zeit (10 Tage) habe ich im Schnitt pro Tag für mein Essen ausgegeben: 3,67€.  Ich werte noch nicht, aber … Ich bleibe dran!

Woche 4 oder die letzten Tage

Es läuft die Zeit, die Wochen sind verstrichen, wie viele Menschen sind allein in dieser Zeit zu „Mindestbeziehern“ geworden? Einhergehend mit unsicherer, gesellschaftlicher und sozialer Zukunft, wie auch pekuniären, sorgenbehafteten Gedanken.  Noch immer sind Leute, die vom Arbeitsmarkt entfernt wurden - in welcher Form auch immer -scheel (lt. Definition Öst. Wörterbuch, 42. Auflage: schief, misstrauisch, feindselig) angesehen. Gerade vor unserem höchsten katholischen Feiertag des Jahres möchte ich eine Lanze des Überdenkens für Jene brechen, die sich ungewollt - meist aus „Optimierung“, „Neupositionierung“ oder „Kritik“- in dieser Situation befinden. Aber: Solange es die kleinen, nachbarschaftlichen Gefüge gibt - und damit meine ich natürlich nicht Wien - werden wir trotzdem ein würdiges Auskommen haben. Ohne an „Wohlstand“ gemessen zu werden. Ohne an Geldwerten gemessen zu werden, sondern daran, wie wir uns unseren Mitmenschen gegenüber verhalten; welche Meinungen wir vertreten und leben! Wie freundlich wir aufeinander zugehen. Sich mit „Hilfe“ zu brüsten, nur wenn es „wirtschaftlich“ ist - macht den Weg steinig.

In diesem Sinne erhoffe ich - auch wenn es nur ein Einziger ist - der angeregt durch meinen Kochblog zu Selbstinitiative greift und sich dadurch nicht nur neue Geschmackswelten eröffnet, sondern auch noch viel Geld spart! Und darum beginnen wir die letzten Tage mit dem absoluten Lieblingsgericht - meist Sonntags verzehrt - der Österreicher. Schnitzel mit Erdäpfelsalat. Natürlich: Das Fleisch keinesfalls klopfen, es muss so bestehen mit seinem Geschmack, wie es geschnitten wurde…

Das ist das Übliche am „Fasten“ heutzutage: Wir haben Joker, Ausnahmen, „sündigen“ …

Wohl bekomm`s und an Guaten!

Es ist etwas Erstaunliches. Im Ausprobieren findet man für sich Neues. Manches wird bleiben, wie das Nebenstehende. Kartoffelnudel; im italienischen klingen sie fantasievoller und doch für Viele so unglaublich schwer aussprechbar: Gnocchi.  

Ich verwende ein ganz einfaches und ehrliches Rezept:

- Erdäpfel (1kg), Mehl (250g), 2 Eier, Salz und zum herausbacken Butterschmalz. Ich habe eine Interpretation als Hauptspeise mit zerlassener Butter und Basilikum gewählt, bestreut mit Parmesan. Daran kann nichts schief gehen. Und tat es auch nicht: Es war ein Erlebnis.

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Gebackener Käse ist auch nur geschmolzener Käse; der Fettgehalt reduziert sich durch das Panieren nicht. Deswegen habe ich ihn unpaniert gelassen und einfach nur in der Rein geschmolzen. Eine Gaumenfreude - jedesmal. Dazu gab es in den Erdäpfelsalat - von gestern - noch Bärlauch; saisonal!

Einfach ein bisschen Pfeffer dran und wer sich richtig Gutes tun möchte nimmt noch Sauce tartar dazu! Damit man halbwegs auf seine Kalorien kommt!

Neben einem wahnsinnig geschmacksflashenden Pesto vom Bärlauch habe ich mir die Mühe gemacht Gnocchi zu formen und zu kochen. Es ist nun einmal etwas Arbeit, aber es lohnt. Die Konsistenz: Knackig aussen, innen zart- weich mit Biss. Es ist wie die letzten Wochen generell gezeigt haben, nicht mit Gekauften zu vergleichen, allerdings auch nicht so teuer, wie die Ware aus dem Supermarkt! Gnocchi mit Käsesauce, Blauschimmelkäse! Fertig sind sie, wenn sie an der Oberfläche des nicht- kochenden Wassers schwimmen.

Die Brote sind gleich geblieben, nur habe ich statt Gurkerln oder Paprika frischen Bärlauch verwendet. 3- 4 mal sicher. Deshalb ziehe ich 0,05€ ab: 1,67€ p.d.



Schnitzel mit Erdäpfelsalat: 30dag Schnitzelfleisch (p.kg. 4,90 €): 1,60€, Erdäpfel (für zweimal Salat): 1kg: 0,60€, 1 Zwiebel: 0,10€ öl und Essig: 0,20 €. Kosten gesamt: 4, 20€.

Kartoffelnudel mit Basilikumbutter: Erdäpfel (1kg für zwei Mahlzeiten, siehe unten):  0.60€, ¼ kg Mehl: 0,15€, 2 Eier: 0,42 €. Butter: 0,50€, Basilikum; Kosten gesamt: 3,40€.

Fertigpizza: 0,65€, dazu 125g Mozzarella: 0,90€ und 45g Sardellenfiltes: 0,65€. Kosten gesamt: 3, 90€.

Geschmolzener Käse mit Salat: Emmentaler, 300g: 1,80 €, „Feine sauce“: 0,20 €150g Brot:  0,30 €. Kosten gesamt: 4,00 €.

Gnocchi mit Käsesauce: Teig siehe oben, Blauschimmelkäse: 1,20 €, 1 crème fraiche: 0,60 €, etwas Butter: 0,20 €. Kosten gesamt: 3,70 €.


In dieser Zeit habe ich im Schnitt pro Tag für mein Essen ausgegeben: 3,84 €.

Mir hat es Spaß gemacht, vor allem über das eine oder andere Rezept habe ich mich richtig gefreut und werde es wieder kochen.


Das witschaftliche Resumé ist erschütternd und erfreulich. In der Versuchszeit habe ich im Schnitt 3,83 € pro Tag für meine Nahrungsmittel aufbringen müssen; das ist umgelegt auf ein Monat: 114, 90 €. Ich habe mir am Beginn gedacht, es könnte sich ausgehen, nicht jedoch, dass das Ergebnis so eindeutig ausfällt. Ich bin auch erschüttert, dass der Preis für tägliche Lebensmittel weit unter dem Parkentgelt in Wien liegt. Vom Abstellen des Autos für lächerliche zwei Stunden kann ich einen Menschen in Österreich gut ernähren. Hier ist für mich keine Relation mehr gegeben.

Ebenso und umso mehr erstaunt die Initiative des Wiener Rotes Kreuz, Menschen mit Mindestsicherung für die Versorgung - und diese Küchen haben natürlich andere Einkaufspreise als der Einzelne - 174 € zu berechnen. Ob der Gewinn bei den Beziehern des Essens liegt, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Und noch schlimmer wird das Verhältnis in einem Haushalt von zwei Mindestbeziehern.


Mein Ziel, das ich erreichen will, ist folgendes: Rechnen Sie, überprüfen Sie, kochen Sie. Glauben Sie nicht! Andere profitieren.