der muerzpanther
ES IST IMMER SCHÖN ZU SEHEN, DASS MENSCHEN INITIATIVEN SETZEN! Der   Mürzpanther   hegt   großen   Respekt   vor   Menschen,   die   Ideen   haben   und   diese umsetzen.   Gerade   auf   dem   künstlerischen   Gebiet,   das   immer   auch   mit   ein   klein wenig   Risiko   verbunden   ist.   Dabei   scheint   Krieglach   auch   durch   die   bevorstehende Atelier-   und   Galeriegründung   durch   Elke   Wihsounig,   die   auch   als   freie   Einrichtungs- planerin   tätig   ist,   schön   langsam   zum   Zentrum   an   zeitgenössischer   Kultur   im   Mürztal zu   werden.   Schon   jetzt   sind   die   Initiativen   und   Veranstaltungen   ebendort   von   hohem Niveau und oft auch bereits ein wahrer Publikusmagnet. Dazu    braucht    ein    Ort    in    erster    Linie    kreative    Köpfe,    umtriebige    Initiatoren    und natürlich   auch   die   Unterstützung   der   Gemeinde,   bzw.   des   Bezirkes.   All   dies   scheint sich   in   Krieglach   zu   bündeln   und   um   ein   bisschen   mehr   zu   erfahren,   haben   wir   Elke Wihsounig   zu   einem   herbstlichen   Spaziergang   entlang   der   Mürz   getroffen.   Ebenso erhellend    wie    die    Sonnenstrahlen    waren    und    sind    die    Ideen,    die    Elke    in    Kürze umsetzen   will.   Wir   sind   gespannt   und   freuen   uns   auf   eine   dynamische   und   kreative Galerie im Zentrum von Krieglach!
dMP:    Wie    arbeitest    Du    zur    Zeit    -    hat    sich    seit    dem    letztem    Jahr etwas getan? Elke:   Ich   war   heuer   in   einem   Kurs   von   Gabriele   Musebrink   in   Wien,   die mit    natürlichen    Materialien    arbeitet.    Früher    habe    ich    mit   Akryl    und Spachtelmasse    gearbeitet.    Die    Strukturen    sind    aber    nach    wie    vor Bestandteil    meiner   Arbeiten    -    ich    habe    starke    Höhen    und    Tiefen    in meinen   Bildern.   Ich      wollte   aber   nicht   mehr   mit   Akryl   arbeiten   sondern noch    stärker    mit    natürlichen    Materialien.    Dadurch    bin    ich    auf    den fünftägigen   Kurs   in   der   Kunstfabrik   in   Wien   gestoßen.   Das   war   genau das,    wonach    ich    gesucht    habe:    Man    geht    eine    Verbindung    mit    den Materialien   ein,   es   entwickelt   sich   ein   neues   Selbstgefühl,   ein   bisschen wie    Wesenheiten    ...    Wenn    man    sich    auf    diesen    Prozeß    einlässt    -    es nennt    sich    ja    auch    intuitive    Prozeßmalerei    -    kommt    man    seinem Innersten   auch   näher   und   über   das   Bild   kann   man   das   sichtbar   machen. Das   war   so   eine   geniale   Erfahrung   für   mich!   Du   steuerst   das   dann   nicht mehr    mit    dem    Verstand,    sondern    kommst    in    einen    Modus,    der    auf Intuition und Unterbewusstsein zurückgreift. dMP:   Und   welche   natürlichen   Materialien   verwendest   Du   für   diese Bilder? Elke:    Wir    haben    mit    Sumpfkalk    und    ganz    natürlichen    Materialien gearbeitet,   die   man   schon   ewig   kennt.   Wenn   man   damit   seine   Wände ausmalt,    hat    man    immer    ein    perfektes    Klima.   Auch    bei    den    Farben arbeite   ich   jetzt   mit   Pigmenten,   Sand   und   Erde,   mit   Mohnöl   und   Ei   statt mit   synthetischen   Bindemitteln.   Dabei   zeigt   sich   auch   ganz   eine   andere Art   von   Bildern.   Das   ist   sicher   nicht   für   Jedermann   leicht   verständlich. Die   ganz   feinen   Nuancen   -   mit   Tusche,   die   in   Risse   rinnt   beispielsweise   - erkennt   man   aber   nur,   wenn   man   vor   dem   Bild   steht!   Auf   einem   Fotovon dem Bild wirkt das nicht so intensiv!
dMP:    Ein    kleiner    Hinweis    an    die    Leser:      Seht    Euch    die    Bilder    im Original und vor Ort an! Elke:   Genau!   Dann   kann   man   das   auch   wirken   lassen.   Ich   kann   mich dadurch    auch    noch    besser    ausdrücken!    Es    ist    immer    eine    spannende Geschichte    durch    die    Prozesse,    die    sich    erst    während    des    Malens ergeben.   Auch    durch    den    Trocknungsvorgang    verändert    sich    das    Bild weiter! Ich freue mich, dass ich diesen Weg für mich gefunden habe. dMP: Zur Zeit bist Du in drei Ausstellungen vertreten! Elke:   Ja   und   meine   nächste   Ausstellung   wird   im   Februar   in   Graz   sein, bei   upTown   Art   in   Graz.   Die   Besitzerin   -   die   Valerie   Tschida   hat   sich heuer    mit    der    Galerie    selbstständig    gemacht    und    macht    selbst    auch Charakterportraits.    Ich    bin    über    eine    Empfehlung    der    Gemeinschaft "freie   Galerie"   in   Graz   zu   ihr   gekommen.   Sie   hat   in   einem   Lokal   -   um den   Leerstand   etwas   zu   füllen   -   ihre   Bilder   ausgestellt   und   so   hat   es sich   ergeben,   dass   sie   am   Anfang   des   Jahres   diese   Galerie   eröffnet   hat. Mit   der   Valerie   habe   ich   dann   das   Gemeinschaftsprojekt   mit   der   Venus gemacht.     Anm.:     Siehe     ihre     Homepage)       Es     sind     drei     Bilder     in Gemeinschaftsarbeit   entstanden.   Das   hat   auch   zu   Ausstellungen   geführt und   ich   konnte   bereits   gute   Kontakte   knüpfen,   um   mich   präsentieren   zu können. dMP: Du hast für deine Vorhaben auch den Job gekündigt! Elke:     Meine     Selbstständigkeit     beruht     auf     drei     Standbeinen:     Als Künstlerin,   dann   der   Laden   in   Krieglach,   der   ein   offenes   Atelier   werden soll.    Dort    werde    ich    auch    malen    und    es    besteht    für    andere    die Möglichkeit    sich    einzumieten,    um    in    Ruhe    schreiben    oder    malen    zu können.
dMP: Wie groß ist das Atelier? Elke:   70   qm.   Ebenerdig   mit   einer   Auslage.   Die   Räumlichkeiten   sollen auch   mit   Ausstellungen   anderer   Künstler   bespielt   werden.   Es   soll   aber vor   allem   eine   Möglichkeit   für   Leute   werden,   sich   früh   vorzustellen   und zu   präsentieren,   die   noch   nicht   „den   großen   Namen“   haben   -   es   soll eine   Plattform   bieten.   Ich   selber   habe   gemerkt,   wie   groß   die   Freude ist,   eigene   Werke   zu   zeigen!   Das   hat   mich   persönlich   auch   motiviert, weiterzumachen. dMP: Ich kenne das Gefühl ... Das Atelier liegt zentral in Krieglach? Elke:    Es    liegt    direkt    an    der    Hauptstrasse    mit    einer    wirklich    guten Infrastruktur. dMP:    Ich    habe    gerade    von    Krieglach    den    Eindruck,    das    sich    in Richtung Kunst und Kultur sehr viel tut! Elke:   Ja.   Ich   bin   gerade   beim   Ausarbeiten   meines   Präsentationsfolders, bei   der   Logofindung   und   hoffe,   dass   es   diese   Woche   auch   fertig   wird! Ich   habe   natürlich   auch   eine   Präsentation   für   die   Fr.      Bürgermeister   und für   die   Gemeinde   geplant.   Es   wäre   auch   schön,   wenn   es   mit   der   HLW umsetzbar    wäre,    Projekte    mit    dem    Marketingbereich    der    Schule    zu realisieren.    Man    könnte    sogar    ein    Jahresevent    daraus    machen:    Mit Werbung,   Internetauftritt   und   Flyergestaltung.   Dadurch   könnte   man   den Schülern eine Plattform geben, ihre Kreativität zu zeigen. dMP: Ich glaube, das wird in Krieglach umsetzbar sein. Elke:     Ich     möchte     aber     auch     Leseabende     und     Buchpräsentationen machen.   Junge   Literaten   und   Autoren,   oder   auch   Musikabende   mit   Jam Sessions.   Schön   wären   aber   auch   namhafte   Künstler,   um   im   Gespräch   zu bleiben.   Lustigerweise   ist   die   Maklerin,   die   mir   das   Lokal   vermittelt   hat selbst    Fotografin.    Mit    Künstlerkontakten.    Mein    Projekt    sollte    einfach wachsen können und einen Austausch finden. dMP: Hast Du es bereits gemietet? Elke:   Die   Gespräche   werden   diese   Woche   noch   geführt   und   ich   habe schon   einen   Entwurf   gemacht,   wie   ich   es   mir   vorstelle.   Ich   werde   es jedenfalls   mieten   -   weil   es   auch   mein   eigenes   Atelier   wird.   Ich   habe   ja zur   Zeit   auch   einige   Projekte   zu   malen   und   freue   mich   schon,   sie   in dem    neuen    Lokal    umzusetzen.    Ganz    so    wohl    fühle    ich    mich    in    dem jetzigen    Atelier    nicht    mehr    ...    Ich    plane,    im    März    oder    April    zu eröffnen. dMP: Im Frühling ..  . Elke:     Ich     habe     es     mir     nach     den     traditionellen     Jahreskreisfesten vorgestellt,    der    Neubeginn,    wenn    alles    zu    blühen    und    zu    wachsen
beginnt.     Das     dritte     Standbein     bleibt     aber     auch     das     Planen     und Einrichten.    Das    mache    ich    sehr    gerne    -    auch    für    ein    regelmäßiges Einkommen.    Ich    will    entweder    nur    den    Plan    für    den    Privatkunden anbieten,   oder   auch   über   Weiterempfehlungen   und   Kooperationen   mit     anderen    Firmen    arbeiten.    Ich    habe    jetzt    den    Entschluß    gefasst,    mich selbständig   zu   machen,   weil   ich   meine   Ideen   verwirklichen   möchte   und ich glaube, dass es sich auch "vom Geist her" gut umsetzen läßt.  dMP:    Ich    bewundere    das.    Sich    selbstständig    zu    machen    und    dabei natürlich auch ein Risiko einzugehen. Elke:   Es   ist   auch   eine   große   Hemmschwelle,   auch   weil   ich   durch   meine Familie   in   Punkto   Sicherheit   geprägt   bin.   Ich   habe   auch   lange   in   diesen "Strukturen"    gearbeitet    und    wusste    immer,    was    am    Ende    des    Tages herausschaut.   In   den   letzten   Monaten   habe   ich   oft   den   Drang   verspürt, etwas    im    Gestalten    freier    zu    sein.    Alleine    durch    die    Reduktion    der Arbeitszeit   auf   dreißig   Stunden,   haben   sich   für   mich   bereits   Welten   auf- getan!   Mit   den   Ausstellungen,   Möglichkeiten   und   Gesprächen   -   auch   mit Verkäufen!    Ich    mache    es    jetzt    einfach,    auch    wenn    ich    nicht    alles berechnen oder vorausplanen kann. dMP:    Ist    die    Gegend    des    Mürztales    für    künstlerischen   Arbeit    nicht etwas schwierig? Elke:   Natürlich   denke   ich   auch   darüber   nach   -   die   Motivation   und   die Freude   überwiegen   aber   auf   jeden   Fall!   Ich   möchte   es   so   hinbringen, nicht   eine   reine   Ware   zu   verkaufen,   sondern   den   "Wert"   eines   Bildes   oder Einrichtungsgegenstandes.   Dazu   muss   man   aber   authentisch   sein.   Und   das möchte   ich   auch   mit   meiner   Kust   vermitteln.   Kunst   soll   nicht   "schnöselig" sein,   sondern   ich   möchte   die   Freude   der   Leute   an   ihrem   Hobby   auch anderen    zeigen    und    vermitteln    können:    dass    Kunst    und    Malerei    eine Herzensgeschichte   ist   und   nicht   Klischees   entspricht.   So   bekommt   man auch einen anderen Zugang zu den Kunden. dMP:   Es   ist   für   Menschen   im   Moment   immer   schwierig,   ein   Werk   nicht am   Preis   sondern   an   der   Freude   des   Betrachtens   über   viele   Jahre hindurch zu bemessen! Elke:   Das   möchte   ich   aber   vermitteln,   ich   habe   ja   auch   nicht   studiert. Allerdings    erkundigt    sich    danach    aber    auch    niemand!    Es    geht    um    das Bild,    wie    ich    darüber    spreche    und    mit    welcher    Freude    ich    darüber spreche.   Das   sollte   im   Vordergrund   stehen.   Und   so   versuche   ich   die   Basis zu    legen.    Ich    bin    ganz    normal,    klassisch    am    Land    aufgewachsen    und schätze das in vielen Dingen sehr. dMP: herzlichen Dank für das Gespräch! 
Eine     herrliche     Herbststim- mung   und      -   landschaft   mit Bäumen,   der   Mürz   und   dem Reiher!    Grün    -    blau    -    grau und          goldglänzend          im Sonnenlicht!
Elke      Wihsounig      ist      vielen bereits   als   Künstlerin   bekannt. Auf w - art.at/ zeigt        sie        ihre        Werke. Allerdings      sind      sie      /siehe unten/     am     besten     in     einer Galerie   zu   betrachten.   Warum? Das verrät sie im Interview!