der muerzpanther
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Am Ende stehen die Sieger! Es   war   ein   Wochenende   im   Zeichen   der   Musik,   und   ganz   im   Zeichen   der   Harmonika.   In   der Musikschule   von   St.   Peter-   Freienstein   haben   sich   Musiker   aller   Altersgruppen   zu   einem Wettbewerb   zusammengefunden   und   es   hat   Favoriten   gegeben.   Vor   allem   war   es   auffällig, mit    wieviel    Freude    und    Können    dieses    Instrument    bedient    wurde,    dessen    Ausbreitung mittlerweile    als    weltumspannend    zu    bezeichnen    ist.    Die    steirische    Harmonika.    Von    der Ukraine nach Kärnten, von Norwegen in die Steiermark. Der    Mürzpanther    hat    mit    dem    jungen    und    talentierten    Rene    Waidacher,    der    in    der Juniorenklasse   angetreten   ist   und   mit   Gottfried   Hubmann,   der   vom   HVÖ   vor   Ort   mit   der „Goldenen Nadel“ für seine Verdienste geehrt wurde, gesprochen.  
Drei   Bewerbe,   elf   Nationen   und   über   400   Teilnehmer.   Die   Bilanz   der   heurigen Harmonika   WM,   die   in   der   Volks-   und   Musikschule   St.   Peter-   Freienstein   über die    Bühne    gegangen    ist,    kann    sich    sehen    lassen.    Die    Gewinner    waren    die Aktiven   und   die   Zuhörer.   Wir   haben   aus   der   Begeisterung   mit   einem   jungen   und talentierten Harmonikaspieler und Komponisten gesprochen. Rene Waidacher. dMP: War das Dein erster großer Wettbewerb? Rene   Waidacher:   Ich   habe   schon   bei   einige   Wettbewerben   mitgemacht,   aber die   WM   ist   doch   etwas   anderes!   Das   ist   meine   erste   WM   und   es   ist   wirklich   ein aufregendes Erlebnis. dMP: Wann hast Du begonnen, an Wettbewerben teilzunehemen? Rene   Waidacher:   An   fünf   oder   sechs   habe   ich   bereits   teilgenommen,   aber   ich habe    eigentlich    mit    Akkordeon    begonnen.    Mein    Lehrer,    der    selbst    auch Veranstalter   ist,   hat   mich   irgendwann   dafür   begeistern   können.   Mit   den   ersten super Ergebnissen!
dMP: Welche Erfolge hast Du bereits erreichen  können? Rene   Waidacher:   Mit   der   Gruppe   sind   wir   Staatsmeister   geworden   und   Solo   bin ich Vizestaatsmeister. dMP:   Das   zweite   Stück   war   eine   Eigenkomposition.   Zeugt   das   von   großem Selbstvertrauen? Das kommt eher selten vor! Rene    Waidacher:    Ich    möchte    nicht    "der    Beste"    sein,    aber    ich    will    meinen eigenen   Weg   gehen,   ich   möchte   nicht   als   bester   Harmonikaspieler   bekannt werden, sondern mit meinen eigenen Liedern. dMP: Wie kam es dazu? Rene   Waidacher:   Ich   habe   schon   als   kleines   Kind   am   Klavier   ab   und   zu   etwas komponiert und habe es dann bis zu den Harmonikawettbewerben beibehalten.   dMP: Dankeschön und viel Erfolg!
Diese Darstellung des Weltgerichtsfresko stammt aus der Pfarrkirche von St. Peter - Freienstein und stammt aus dem Jahre 1580. Ein Weltgericht war es bei der WM nicht, aber unabhängig urteilten die Fachjuroren über die hervorragenden Leistungen der Teilnehmer.
dMP:   Ist   das   möglich,   weil   andere   Instrumente   bereits   an   allen   Institutionen überlaufen sind? Gottfried   Hubmann:   Sicher   nicht   alle   Lehrer,   aber   die   sehr,   sehr   konsequent arbeiten,   haben   natürlich   auch   einen   sehr   starken   Zulauf.   Deswegen   achten wir hier in der Jury darauf, dass sehr objektiv beurteilt wird. dMP:   Rene   Waidacher   (siehe   Interview   oben)   hat   sich   entschieden,   eine Eigenkomposition zu spielen. Gottfried   Hubmann:   Der   Rene   Waidacher   ist   ein   Spitzenspieler   und   hat   extrem gute   Ideen.   Daneben   ist   er   ein   guter   Techniker   und   wenn   man   mit   einer Eigenkomposition    auftritt    hat    man    einen    großen    Vorteil,    wenn    das    Stück durchkomponiert ist - vor allem harmonisch. dMP:   Erhöht   eine   Teilnahme   hier   bei   der   WM   die   Zukunftsperspektive   eines Harmonikaspielers? Gottfried    Hubmann:    Man    kann    beobachten,    dass    neben    den    Wurzeln    der Harmonika,   die   zu   erhalten   sind,      auch   modernes   gespielt   wird.   Die   Schüler wollen   auch   mehr   in   allen   Richtungen   experimentieren   und      es   gibt   in   Zeiten der    sozialen    Medien    viele    Idole.        Und    die    Möglichkeit    zu    sehen,    was    die anderen     machen     und     nachzuhören.     Es     geht     nicht     mehr     mit     dem Standardprogramm alleine ...
dMP: Wo liegt die Perspektive, wenn man hier erfolgreich ist ... Gottfried   Hubmann:   es   ist   eine   großartige   Begleiterscheinung,   wenn   man   Titel gewinnt.   Leben   kann   man   davon   aber   nicht,   aber   darauf   aufbauen.   Das   hält sich   immer   im   Gleichgewicht:   viel   üben,   dann   spielt   man   auch   Bewerbe   und profitiert dann auch im Studium. dMP: Gibt es für Sie Favoriten? Gottfried    Hubmann:    Die    Slowenen    sind        dabei,    daneben    sicher    die    Klara Mißebner und auch die Italiener. dMP:    All    die    Nationen,    die    Sie    nennen,    sind    als    Mitteleuropäer    zu bezeichnen. Wie international ist eine Harmonika WM Gottfried   Hubmann:   Grundsätzlich   ist   das   Teilnehmerfeld   rund   um   Österreich sehr   groß   mit   den   angrenzenden   Ländern.      Aber   es   spielt   heuer   auch   ein Norweger   und   ein   Ukrainer!   Die   Harmonika   breitet   sich   aber   immer   mehr   auch in   andere   Länder   aus,   auch   Polen   und   Amerikaner   und   Australier   beschäftigen sich zunehmend mit der steirischen Harmonika. Anbei    erlaubt    sich    der    Mürzpanther    über    die    Prognose    von    Gottfried Hubmann   eine   Anmerkung:   Platz   1   und   3   gingen   an   Slowenien,   Platz   zwei an Klara Mißebner. Dahinter auf Platz fünf liegt der Italiener Tobias Brunner.
Der   Mürzpanther   gratuliert   Rene   Waidacher   für seine   Leistung,      der   Eigenkomposition,   seiner Beurteilung    „ausgezeichnet“    und    dem    damit verbundenen     12.     Platz     in     der     Kategorie Junioren. Dazu      auch      im      Interview      unten      Gottfried Hubmann!
Tjasa Lesjak aus Slowenien hat mit der Beurteilung „hervorragend“ den 4. Platz in der WM der Kategorie Junioren belegt. Wir gratulieren!
dMP:   Es   fällt   auf,   dass   die   Teilnehmer   technisch   sehr   gut   sind.   Worauf   legt ein Juror Wert? Gottfried     Hubmann:     Bei     der     Stückauswahl     muss     bereits     die     Stilistik unterschiedlich   sein,   zumindest   zwei   Musikrichtungen,   wesentlich   dabei   ist auch,    dass    ein    2/4    Takt    und    ein    3/4    Takt    dabei    ist.    Bewertet    wird    die Stückauswahl    und    das    Zusammenspiel    von    Bass    und    Melodie    und    die Balgführung.    Wesentlich    ist    aber    die   Ausführung    der    Stücke,    wie    es    dem Publikum   und   der   Jurie   präsentiert   wird-   auch   über   die   Dynamik,   mezzo   forte beispielsweise.   Dazu   kommt   auch   noch   die   Fingertechnik,   daran   sieht   man, wieviel   geübt   wurde   und   wie   locker   die   Finger   sind.   Bei   den   Bassüberleitungen gibt    es    viele    Möglichkeiten,    ausgehend    von    Standardbass    mit    einer    ganz gewöhnlichen Begleitung, oder moduliert der Teilnehemer auf der Basslinie. dMP:  Sind auch bereits die Junioren technisch eigentlich fertig? Gottfried    Hubmann:    Das    ist    sicher    so,    weil    die    Ausbildungen    in    den Musikschulen,   Konservatorien   und   den   Universitäten   immer   besser   werden.   Die Lehrer   sind   auch   besser   geschult   und   können   ihr   Wissen   weitergeben.   Ich selbst    habe    das    Instrument    autodidaktisch    gelernt    -    ohne    Noten    oder Hilfsmittel.   Heute   ist   alles   bereits   fertig   auch   abrufbar,   ich   denke   an   fertige
Arrangements   in   Notenschrift   und   Griffschrift.   Ich   kann   auch   beobachten,   dass die   Reife   der   Schüler   zunimmt.   Wir   haben   Kandidaten   bei   der   Junioren   WM   mit 12 Jahren dabei! Sie spielen schon unglaublich reif! dMP:   Gibt   es   heute   noch   den   Zugang,   das   Instrument   autodidaktisch   zu lernen?   Gottfried   Hubmann:   Die   gibt   es   noch,   aber   bei   Wettbewerben   kann   man   so nicht   bestehen.   Bereits   der   Unterricht   ist   richtig   professionell   aufgezogen.   Das wichtigste   dabei   ist   aber   sicher   die   Stückauswahl.   Ich   unterrichte   schon   seit   28 Jahren    und    sehe    das    Gesamtpaket:    Das    Zusammenspiel    zwischen    Lehrer, Schüler und Eltern. Natürlich kommt die Begabung dazu! dMP: Unterscheidet sich das von anderen Instrumenten? Gottfried   Hubmann:   Ich   wähle   die   Stücke   immer   mit   den   Schülern   aus.   Ich habe   auch   sehr   viele   Kompositionen   geschrieben,   und   gestalte   es   so,   dass   ich sie   an   Schüler   auf   den   Leib   schneidere.   Ich   kenne   ihre   Stärken   und   Grenzen und   komponiere   punktgenau.      Dann   kann   der   Schüler   auch   beim   Wettbewerb gut   abschneiden.   Dadurch   gelingt   es   auch   fast   jedes   Jahr,   viele   Meistertitel   zu holen.
Gottfried Hubmann wurde für seine Verdienste von Bgm. Anita Weinkogl mit dem Ehrenring ausgezeichnet und der Harmonikaverband zeichnete Hubmann mit der "Goldenen Nadel" aus. Er wird gerne als  Harmonika-Virtuose bezeichnet und ist seit Seit 2008 Juror des HVÖ.