der muerzpanther
EIN GÄRTNER, DER DIE GÄRTNER BEGEISTERT! Eine    abendliche    Veranstaltung    im    Veranstaltungszentrum    in    Krieglach    hat    wieder einmal   den   Puls   der   Zeit   getroffen.   Nämlich   den   des   Frühlingserwachens.   Auch   wenn dieser   noch   kurz   und   von   Niederschlag   begleitet   etwas   auf   sich   warten   lassen   wird.     Aber:     Es     herrscht     bereits     Vorfreude     auf     das     Spriessen,     das     Wachsen,     das Auspflanzen. Die    Weiden    blühen    schon    länger,    erste    Gartenfreunde    berichten    bereits    von Pfingstrosen,   die   sich   mit   ihren   roten   Spitzen   aus   der   Erde   herauswagen   und   die ersten   Sonnenstrahlen   atmen.   Natürlich   sind   das   jedes   Jahr   besondere   Momente,   auf die   auch   der   Mürzpanther   eine   lange   und   kalte   Wintersaison   warten   muss.   Und   damit nicht   nur   die   Kulturpflanzen   blühen   werden,   sondern   auch   der   Ertrag   der   Paradeiser reichlich   ausfallen   wird,   hat   die   Stadtgemeinde   Krieglach   in   Zusammenarbeit   mit der   Firma   Oscorna   diesen Abend   eingerichtet:   Es   sprach   zum   staunenden   Publikum   in gewohnt    professioneller    und    witziger    Manier    der    Biogärtner    der    Nation:    Karl Ploberger. Professionell    schon    deswegen,    weil    Karl    Ploberger    es    versteht,    auch    wenn    die Technik    nicht    ganz    so    mitspielt,    die    Besucher    zu    unterhalten:   Aus    dem    reichen Erfahrungsschatz   seiner   Vorträge   mit   amüsanten   Begebenheiten.   Klicken   Sie   einfach die Videosequenzen an. Ein kleines Amusement!
Karl   Ploberger   hat Antworten   auf   sehr,   sehr   viele   Gartenfragen.   Fiktiv gestellt   sind   ein   paar   von   besonderer   Wichtigkeit.   Welche   Erde,   wann gießt     man     im     Sommer     am     besten,     wann     wird     welche     Rose geschnitten.   Der   Mürzpanther   bemüht   sich,   das   Wissen   auf   den   Punkt zu   bringen. Alles   darüber   Hinausgehende   ist   in   Büchern   nachzulesen   - auch in jenen, die von Karl Ploberger geschrieben wurden. Der   Mürzpanther   selbst   besitzt   noch   eine   andere   Bibel   -   diese   wird erfahrenen   Lesern   auch   ein   Begriff   sein:   Tausend   Gartenfragen ,   von Anton     Eipeldauer.     Er     war     der     Ploberger     der     vergangenen Gärtnergenerationen     und     hat     den     Österreichern     bereits     die Grundlagen   an   Verständnis   für   die   Gartengestaltung   mitgegeben.   Im Vorwort    der    Lizenzausgabe    für    Donauland    aus    dem    Jahre    1972 schreibt    er:    In    jedem    Garten    ist    es    anders,    scheinen    andere gärtnerische   Probleme   auf,   die   einander   etwas   ähnlich   sind,   sich aber dennoch wieder unterscheiden.“ Damals wie heute! Karl    PLoberger    -    die    Bühne    betreten    habend    -        drückt    seine Bewunderung   für   das   Veranstaltungszentrum   aus   und   präsentiert   sein neues   Buch   –   sein   zweiundzwnzigstes   Buch:   Mit   allen   Erfahrungen, die   er   bis   dato   gemacht   hat.   Aber   er   präsentiert   auch   die   neuesten Trends und gibt darin auch Ideen für den eigenen Garten preis. 1. fiktive Frage dMP: Geht irgendetwas im Garten nicht? Karl    Ploberger:    Mein    letztes    Projekt    zu    Hause    in    Seewalchen    am Attersee    war    eine    Gartenmauer    mit    der    Erkenntnis:    Garten    geht überall. Auch auf Balkonen und Terrassen! 2.    fiktive    Frage    dMP:    Welche    Erde    ist    wie    zu    verwenden?    Im Freiland oder in Töpfen? Karl    Ploberger:    Um    etwas    klarzustellen:    Plastik    im    Garten    geht überhaupt   nicht.   Ich   hasse   Plastik   im   Garten!   Ich   nehme   nur   Tontöpfe –   auch   wenn   sehr   viel   Bruch   entsteht.   Die   Scherben   nehme   ich   als
Untergrund für meine Kiesbeete.  Auch die Kalkränder stören nicht. Zum   Boden   ist   zu   sagen:   Ohne   Kompost   geht   es   nicht!   Das   ist   mir   ein großes   Anliegen,   das   mitzugeben.   Das   „schwarze   Gold“   des   Biogärt- ners!   Das   ist   das   wichtigste   für   den   Boden.   Gerade   in   den   letzten Jahren,   die   so   von   Wetterextremen   heimgesucht   wurden   und   lange Trockenphasen    hatten,    wird    der    Wasserheushalt    vom    Kompost    im Boden   ausgeglichen.   Ich   habe   voriges   Jahr   trotz   der   Trockenheit   sehr wenig   gießen   müssen,   weil   der   Humus   als   Wasserspeicher   dient.   Man rechnet   in   einem   humusreichen   Boden   die   30-   60   fache      Wasserhalte- kraft. Das erreicht man auch mit einem Bodenaktivator! Das   schwarze   Gold   wird   ein   Jahr   aufgebaut   –   ich   häcksle   auch   nicht, es   kommt   alles   wie   es   ist,   auf   den   Kompost!   Jedes   Jahr   verwende   ich ca.   4   Kubikmeter:   Auf   die   Gemüsebeete   im   Frühjahr,   aber   auch   zu den   Beeren   und   unter   die   Gehölze.   Wir   geben   damit   vieles,   was   wir ernten auch wieder zurück. Der   Kompost   ist   auch   der   beste   Torfersatz!   Torf   ist   an   sich   das   beste Pflanzmaterial   –   deswegen   nehmen   es   auch   die   Gärtner   so   gerne,   weil es   funktioniert.   Warum   sollte   man   es   aber   nicht   nehmen?   Weil   man damit   viel   Natur   zerstört   –   wie   im   Baltikum   –   und   es   bleibt   nach   dem Abbau    von    100.000en    Kubikmeter    nur    eine    verödete    Landschaft zurück!   Das   viel   dramatischere   ist   aber   auch   hier   das   CO2: Torf   bindet CO2   und   gibt   es   durch   den   Abbau   wieder   frei.   bei   diesem   Prozess werden Unmengen freigesetzt. Ich    mische    meine    Erde    mit    Quarzsand,    auch    Packungserde    und Tongranulat.   Darin   pflanze   ich   meine   Neuzugänge   –   wie   Pelargonien. Ca.   250   neue   habe   ich   gesetzt.   Zitat   meiner   Frau:   der   spinnt   wirklich! Gelächter!   Es   gibt   viele   Arten   mit   einem   intensiven   Duft   und   man versucht   gerade,   sie   in   die   Balkonpelargonie   einzukreuzen.   Das   ist   die Balkonblume    der    Zukunft.    Warum?    In    Südafrika,    wo    diese    Blume heimisch   ist,   ist   es   immer   glühend   heiß,   oder   es   gibt   sintflutartige Regenfälle.   Die   halten   wochenlange   Trockenheit   und   viel   Regen   –   die Wetterkapriolen – aus.
6.   fiktive   Frage   dMP:   Wie   sieht   es   mit   dem   Weg   zum   sommerlichen Fruchtertrag aus? Welche Pflanzen eignen sich? Karl     Ploberger:     Bei     Erdbeeren     gibt     es     auf     den     Messen     auch Neuerungen, die blühend wie Blumen aussehen.  Setzen   Sie   Heidelbeeren   auch   in   ein   kleines   Hochbeet   und   setzen   sie wegen   der   Befruchtung   immer   zwei   von   einer   Sorte.   Das   wichtigste   ist aber,   Dünger   mit   Schwefel   zu   verwenden,   weil   der   Kalk   neutralisiert wird. Sie tragen dann  große und süße Früchte! In   unseren   Gärten   ist   Säulenobst   auch   immer   ein   Thema!   Säulenobst ist    wirklich    leicht    zu    schneiden    -    wenn    man    über    die    genetische Vergangenheit    Bescheid    weiß.    Apfelbäume    braucht    man    gar    nicht schneiden,    auch    Birnenbäume    wachsen    säulenförmig.    Aber    alle anderen:   Pfirsich,   Kirschen   oder   Zwetschgen   sind   einfach   nur   kleine Bäume.   Deswegen   mein   Tipp:   Alles   was   zwanzig   Zentimeter   über   den Stamm     hinausgeht,     muss     geschnitten     werden.     Das     muss     man konsequent    machen,    weil    sie    sich    sonst    einfach    zu    einem    Baum auswachsen!   Sie   tragen   reichlich   Früchte   –   und   auf   Dachgärten   und Balkonen kann man auch Obst ernten.
Und   natürlich   die   Paradeiser:   Ich   ziehe   sie   im Tomatenhaus.   Es   ist   aber auch   am   Attersee   –   so   wie   hier   (Anm.:   im   Mürztal)   auch   –   das   Klima etwas    rauher.    Deswegen    braucht    man    auch    ein    Gewächshaus.    Ich arbeite    auch    oft    mit    dem    Erich    Stekovics    zusammen,    der    seine Paradeiser   einfach   am   Boden   setzt.   Sein   Motto:   Stroh   unterlegen   und wachsen   lassen.   Nicht   ausgeizen   (   Anm.:   das   ist   das   Entfernen   der Triebe   in   den   Blattachseln)   und   einfach   nichts   tun.   Pro   Pflanze   4qm! Ich   muss   ihm   zugestehen,   für   die   Landwirtschaft   passt   das,   und   auch für das Burgenland. So   funktioniert   das   bei   uns   sicher   nicht!   Ohne   ausgeizen   ist   bei   mir alles   zugewachsen.   Und   aufbinden.   Ich   habe   viele   alte   und   viele   neue Sorten.   Ich   mache   den   Leuten   dabei   immer   klar,   dass   es   herrliche neue     und     grässliche     alte,     aber     auch     hervorragende     alte     und katastrophale   neue   Sorten   gibt.   Das   beste   Beispiel   ist   die   Feldgurke. Durch   Züchtung   und   nicht   durch   Genmanipulation   ist   es   gelungen,   dass man   hervorragende   Gurken   ohne   Bitterstoffe   bekommt.   Gerade   bei den Paradeisern hat man ein sehr gutes Angebot. 
3.   und   wichtigste   fiktive   Frage   dMP:   Das   Thema   Naturbelassenheit und   damit   „Nachhaltigkeit“   im   eigenen   Garten   nimmt   einen   immer größer werdenden Stellenwert ein - wie stehen Sie dazu? Karl   Ploberger:   Vor   dreißig   Jahren,   als   wir   das   Haus   in   Seewalchen gekauft   haben,   ist   die   Wiese   sieben   mal   im   Jahr   gemäht   worden. Gegen   jede   Natur.   Jetzt   ist   es   eine   blühende   Naturoase,   wir   sehen auch   eine   Vielfalt   an   Vögeln!   Es   hängt   einfach   davon   ab,   was   an Nährstoffen   geboten   wird!   Sträucher   mit   Früchten,   beispielsweise,   die über   den   Winter   hindurch   stehen   bleiben. Auch   das   Insektensterben   ist in   den   letzten   Jahren   oft   diskutiert   worden.   Darunter   leiden   natürlich auch   alle   Nachfolger   –   Vögel.   75%   weniger   Insekten   als   vor   zwanzig Jahren!  Einfach deswegen, weil es zu wenig offene Blumenwiesen gibt! Daher:   Lasst   eine Teil   des   Gartens   einfach   als   Blumenwiese   stehen.   Ich weiß,   das   ist   das   schwierigste   Projekt   überhaupt!   Weil   man   Geduld haben   muss.   Ich   habe   damals   als   ersten   Schritt   eine   Blumenwiese   mit Blumenzwiebel   gestaltet.   Ich   habe   sie   ab   dem   Frühjahr   bis   in   den   Juni
hinein    gesetzt.    Margeriten,    Krokus,    Narzissen    und    der    Zierlauch Allium.   Und   auf   den   Klappertopf   ist   auf   keinen   Fall   zu   vergessen. Dieses   Unkraut   ist   eine   Schmarotzerpflanze,   die   an   den   Wurzeln   der Gräser   wächst.   Damit   bekommt   man   in   der   Blumenwiese   auch   die Gräser weg. Klappertopf   ist   „der“   Graskiller.   In   England   setzen   sie   ihn   bewusst   in Blumenwiesen,   um   kein   Gras   zu   haben.   Wenn   das   Gras   verschwindet, verschwindet    auch    der    Klappertopf,    wenn    das    Gras    wiederkommt, kommt   auch   das   Unkraut   wieder.   Er   saugt   das   Gras   so   weit   aus,   dass   es um   die   Hälfte   niedriger   wird   und   nach   zwei,   drei   Jahren   ist   es   ganz verschwunden.   Im   Juni   wird   dann   gemäht,   dabei   ist   es   wichtig,   es abtrocknen zu lassen und das Heu wird dann wieder der Kompost. Dazu   kann   der   Mürzpanther   nur   empfehlen:   lassen   Sie   sich   diese Meinung   durch   den   Kopf   gehen.   Stimmen   Sie   überein,   können   Sie abstimmen: bei der MIT
So könnte Ihr Garten auch erblühen und gleichzeitig vielen Insekten und Vögeln Schutz und Nahrung bieten!
4.   fiktive   Frage   dMP:   Die   Lieblingsblume   der   Österreicher   -   die Rose? Mit dem leidigen Problem des Schneidens! Karl   Ploberger:      Es   gibt   unendlich   viele   Sorten.   Wichtig   ist   der   kräftige Schnitt    –    aber    wann?    Die    Antwort    ist    ganz    einfach:    Wenn    die Forsythien   blühen!   Das   ist   aber   von   Region   zu   Region   verschieden. Rosen   werden   niemals   im   Herbst   geschnitten!   Wenn   es   wirklich   kalt wird   –   was   heuer   aber   nicht   der   Fall   ist,   dann   friert   das   Holz   noch     weiter    zurück.    Das    aber    soll    vermieden    werden.    Beachten    Sie: Beetrosen   stark   schneiden,   Strauchrosen   und   Kletterrosen   aus-   und die Ramblerrosen gar nicht schneiden!
5.   fiktive   Frage:   Im   Sommer   kann   es   auch   sehr   heiß   sein,   wann gießt man am besten? In der Früh oder am Abend? Karl   Ploberger:   In   der   Früh?   Wegen   der   Schnecken   ist   das   natürlich vorteilhaft!    Für    die    Sommermonate    gilt:    Über    Nacht    haben    die Pflanzen   Zeit   sich   zu   erholen,   und   wenn   man   sie   am   Abend   eines heißen    Sommertages    gießt,    ist    es    für    sie    am    besten.    Auch    für Kübelpflanzen   und   Balkonpflanzen.   Weil   gerade   im   Sommer   viel   von dem   Gießwasser   verdunstet   und   gar   nicht   bis   zu   den   Wurzeln   gelangt! Daher ist mein Tipp: Am späten Nachmittag mit Regenwasser gießen!
Karl   Ploberger   gut   gelaunt   und   auskunftsfreudig   im   Krieglacher   Veran- staltungszentrum.      Und   ein   erster   Vorgeschmack   auf   seinen   Humor   im Video darüber! Ein weiteres gibt es weiter unten!