der muerzpanther
TAG DES VOGELS AM 5. JÄNNER! Der   Tag   des   Vogels   findet   bereits   seit   dem   Jahre   2003   statt.   Auch   in   Österreich   wird   er mittlerweile   regelmäßig   begangen.   Ziel   des   Aktionstages   in   den   Vereinigten   Staaten   von Amerika    ist    es,    auf    den    Handel    mit    Vögeln    wie    Kakadus,    Sittichen    oder    Papageien aufmerksam   zu   machen.   Und   nicht   von   ungefähr   findet   bei   uns   auch   die   alljährliche   Zählung der   Standvögel   vom   4.   -   6.   Jänner   statt.   Die   Daten   werden   auch   für   die   Erhebung   des Bestandes und damit auch des Rückganges verschiedener Arten genutzt. Bei    der    Beobachtung    gilt    es    zu    festzustellen,    welche    und    wie    viele    Vögel    zu    einem Futterhäuschen   kommen.   Warum   auch   die   Fütterung   so   wichtig   ist,   sei   hier   auch   nochmals   in Erinnerung gerufen.  
Der   Eichelhäher   ist   ein   gern   gesehener   Gast in    unserem    Garten.    Vor    allem,    wenn    die Kirschen    reif    sind.   Aber    auch    im    Winter kommt   er   regelmäßig!   Er   ist   natürlich   durch sein   prächtiges   und   farbenfrohes   Gefieder leicht      zu      erkennen      und      bestimmen. Außerdem     fällt     er     mit     seinem     durch- dringenden „Rätsch rätsch“ sofort auf!
Die   Ergebnisse   der   letzten   Jahre   brachten   folgende   Ergebnisse.   2019 lag     die     gezählte     Population     der     Haussperlinge     klar     vor     den Kohlmeisen   und   den   Feldsperlingen.   Lange   Zeit   lagen   die   Kohlmeisen konkurrenzlos    an    der    Spitze.    Bis    in    das    Jahr    2017,    in    dem    der Feldsperling zur Nr. 1 wurde. Was   aber   wurde   aus   den   Amseln?   Wir   erinnern   uns   noch,   dass   im Jahre     2002     das     Usutu     Virus     ein     regelrechtes     Amselsterben verursachte.     Hier     gibt     es     Gott     sei     Dank:     Entwarnung.     Die Amselpopulation   konnte   sich   erholen   und   die   Vögel   kommen   mit   dem Virus    gut    zurecht.    Obwohl    sich    noch    immer    viele    infizieren, erkranken   sie   kaum   mehr.   Dadurch   erreichte   sie   im   Rahmen   des Projektes   „Stunde   der   Wintervögel“   in   den   Jahren   2011-   2014   die PLätze 5, bzw. Platz 4. Daneben   gibt   es   heuer   auch   ein   anderes   Phänomen   zu   beobachten: Aufgrund   des   nahrungsarmen   Herbstes   und   einer   sehr   erfolgreichen
Brutsaison    in    Skandinavien    und    Russland,    kommt    es    zu    einem enormen    Einflug    -    rund    zehn    mal    mehr    als    in    den    vergangenen Jahren   -   von   Eichelhähern.   Es   wird   spannend,   ob   sich   die   Zahl   der Individuen    auch    in    der    Zählung    niederschlagen    wird,    denn    viele Eichelhäher   zogen   bereits   weiter   zu   mediterranen   Eichenwäldern   im Mittelmeerraum.  Wir werden jedenfalls berichten. Überhaupt   zeigen   die      laufenden   Beobachtungen   der   Ornithologen, dass   heuer   sehr   viele   Vögel   den   Winter   in   Österreich   verbringen. „Wir   beobachten,   dass   sich   mehr   Meisen,   Gimpel   und   Bergfinken   in unserem   Land   aufhalten,   als   üblich.   Jetzt   bleibt   nur   noch   zu   hoffen, dass   sie   auch   am   Zählwochenende   die   Futterhäuser   unserer   Gärten besuchen“,      meint      Mag.      Norbert      Teufelbauer,      Fachbereich Naturschutz, Birdlife.
Foto: Blaumeise und rechts die Haubenmeise, Hannah Assil
Grünfink: Lisa Lugerbauer
Von links nach rechts: Erlenzeisig, Kleiber und Kohlmeise. Fotos: Hannah Assil
Grundsätzlich   gilt   ein   einfaches   Prinzip:   Je   größer   ein   Vogel   ist, desto   mehr   Reserven   hat   er!   Trotz   des   regen   Stoffwechsels   sammelt sich    bei    reichlicher    Nahrung    unter    der    Haut    und    zwischen    den Eingeweiden   oft   viel   Fett   an.   Mehrere   Hungertage   verbrennen   es aber auch vollständig wieder. Ein   Steinadler   oder   auch   ein   Uhu   kann   4-   5   Wochen,   ein   Falke   etwa 2-   3   Wochen   hungern,   ohne   dabei   körperlichen   Schaden   zu   nehmen. Unter   den   Singvögeln   schafft   dabei   ein   Insektenfresser   60   Stunden, ein   Körnerfresser   lediglich   40   Stunden.   Wenn   im   Winter   in   der   Nacht die   Temperaturen   auf   -   15   oder   gar   -   20°C   fallen,   kann   man   sich vorstellen,    wie    viel    Energie    notwendig    ist,    um    eine    Körper- temperatur   von   38   -   42°C   aufrecht   zu   erhalten.   Das   ist   auch   der Grund,   weswegen   die   heimischen   Standvögel   sehr   zeitig   in   der   Früh zum   Vogelhäuschen   kommen,   da   sie   schnell   den   Energieverlust   der Nacht   ausgleichen   müssen.   Größere   Vögel   können   also   länger   fasten als kleinere, fleischfressende länger als pflanzenfressende. Nach   der   Art   der   Nahrungsaufnahme   ist   auch   der   Magen   beschaffen: die   Vögel   haben   sehr   verschieden   dicke   und   muskulöse   Wände   und auch   einen   verschieden   weiten   Innenraum.   Erstere   sind   umso   stärker und   letzterer   ist   umso   enger,   je   härter   die   Nahrungsmittel   sind   und natürlich    umgekehrt.    Vögel,    die    im    wesentlichen    Körner,    harte Früchte    und    Sämereien    fressen,    brauchen    diesen    Mahleffekt    des Magens,    solche,    die    weiche    Früchte    und    Wirbeltierfleisch    oder Weichtiere   verzehren,   benötigen   eher   die   chemische   Zersetzung   des Nahrungsbreis.   Dazwischen   gibt   es      natürlich   viele   Zwischenformen, entsprechend   der   verschiedenartig   gemischten   Kost.   Viele   Vögel,   die
eigentlich   Insektenfresser   sind,   wie   Meisen   oder   Kleiber,   nehmen   im Winter   auch   gezielt   Samen,   Nüsse   und   Körner   in   ihren   Speiseplan auf,   denn   diese   stellen   fettreiche   und   damit   energiereiche   Nahrung dar. Daneben   besitzt   der   Magen   beim   Vogel   noch   eine   weitere   Funktion: Dicht   am   Schwerpunkt   gelegen   übernimmt   der   Magen   die   Aufgabe des   Kauens-   des   Zerkleinerns-   da   ein   Vogel   ja   keine   Zähne   hat! Warum   aber   haben   Vögel   keine   Zähne?   Weil   sonst   das   Gewicht   vor allem    der    für    einen    Kauvorgang    wichtigen    Muskulatur    zu    groß geworden wäre. Der     Darm     ist     bei     den     fleischfressenden     kürzer     als     bei     den pflanzenfressenden   Arten.   Am   Übergang   vom   Dünn-   in   den   Dickdarm sitzen   meist   zwei   Blinddärme.   Der   Dickdarm   ist   besonders   kurz   und gerade.   Daneben   besitzen   Vögel   natürlich   auch   für   die   Verdauung und   Entgiftung   die   so   wichtige   Leber.   Ihr   Gewicht   schwankt   zwischen 1/37   bei   Singvögeln   und   1/11   bei   Tauchern   des   Gesamtgewichtes. Die    Gallenblase    -    sie    fehlt    bei    manchen   Arten,    ist    ebenso    groß ausgebildet    wie    die    Bauchspeicheldrüse    und    bei    Vögeln    relativ größer im Vergleich zu den Proportionen von Säugern. Soviel      also      zu      den      Bedürfnissen      und      den      anatomischen Gegebenheiten   der   Vögel,   die   unsere   Hilfe   zum   Überleben   im   Winter benötigen.   Da   im   Winter   erschwerenderweise   auch   die   Tage   kürzer und   die   Nächte   länger   sind,   steht   für   die   Vögel   auch   weniger   Zeit   zur Nahrungssuche   zur   Verfügung.   Füttern   Sie   also   gut   durch   den   Winter, auf dass uns die Singvögel im baldigen Frühjahr wieder erfreuen.