der muerzpanther
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Spitze des Whippet: 56 km/h! Die   Kurzstreckenbahn   des   WWRV   -   des   Wiener   Windhunde   Rennsport   Vereines   -   ist   360   Meter   lang   und   wird   vom   schnellsten Afghanen   im   Feld   in   30,2   Sekunden   absolviert!   Das   ist   umgerechnet   ca.   43   km/h   und   liegt   somit   bei   der   schnellsten   je gelaufenen   Spitzengeschwindigkeit   (nicht   Schnitt!)   eines   Menschen:   Usain   Bolt   im   100-m-Lauf   im   Leichtathletik-Weltfinale 2009 in Thessaloniki. Die   schnellsten   von   allen   an   diesem   Tag   waren   die   Whippets.   Sie   paaren   Geschwindigkeit   mit   Ästhetik,   Eleganz   mit   Charakter. Es   verwundert   nicht,   warum   über   die   vielen   Jahrhunderte   gerade   die   Windhunde   als   bereichernde   Bildelemente   in   den Gemälden fast jeder Kultur auftauchen. Es   war   ein   lang   gehegter   Wunsch   einmal   ein   Windhunderennen   zu   besuchen   und   die   Erwartungen   wurden   bei   weitem übertroffen.   Auf   dem   Vereinsplatz   haben   wir   mit   Fr.   Dr.   Ille,   die   Afghanen   züchtet,   mit   der   Kassierin   des   Vereines   Rebecca Melinc   und   ein   höchst   informatives   Gespräch   mit   Tierärztin   Fr.   Mag.   Gaischnek   geführt.   Ach   ja:   Die   Namen   darüber   sind   die Namen der Hunde! DIE BILDERGALERIE FINDEN SIE GANZ UNTEN!
Der   Verein   bietet   ein   gemütliches   Clubhaus,   zur   Zeit   blühende   Obstbäume   und natürlich    jede    Menge    Hunde.    Solche,    die    bereits    ganz    ungeduldig    darauf warten    ausgelassen    zu    werden,    neugierige    und    auch    sehr    gelassene.   Alle freuen   sich   aber   Bewegung   machen   zu   können,   wenn   das   noch   mit   einem   Pokal bedacht   wird-   umso   besser!   Über   den   Verein   und   die   Gefahren   des   Sportes   hat uns Rebecca Melinc etwas berichtet. Rebecca   Melinc:   Wir   haben   54   Mitglieder,   das   schwankt   aber   natürlich   immer ein   bisschen   und   wir   sind   eigentlich   ein Afghanenverein.   Das   war   er   von Anfang an.   Zu   den   Rennen   von   auswärts   kommen   immer   mehr,   zur   Zeit   haben   wir   viele Besitzer von Salukis. Daneben hauptsächlich Afghanen und Whippets. dMP: Wie lange besteht der Verein bereits? Rebecca   Melinc:   Er   ist   am   27.   Juni   1977   gegründet   worden   und   ich   bin   mit   dem Verein    groß    geworden,    weil    meine    Mutter    beim    Aufbau    mitgeholfen    hat. Allerdings   haben   wir   dann   in   der   Familie   länger   keinen   Hund   gehabt,   bis   ich mir einen genommen habe. Aktiv sind wir mit diesem 2006 geworden. dMP: Wurden die Erwartungen für den Verein heute erfüllt? Rebecca   Melinc:   Heute   findet   auch   eine   Coursing   Veranstaltung   in   der   Slowakei statt,     deswegen     waren     heute     etwas     weniger     Teilnehmer     als     sonst.       Disqualifikationen hat es heute keine gegeben, aber leider zwei Verletzungen.
dMP: Kommt das öfter vor? Rebecca    Melinc:    Die    häufigste    Verletzung    ist,    dass    sich    die    Hunde    die Daumenkralle   wegreißen,   vor   allem   im   Ziel   beim   Auslaufen.   Deswegen   werden manche   Hunde   auch   getaped...   verletzt   hat   sich   leider   ein   Whippet   im   Finallauf, weil   er   gegen   den   Zaun   gedrückt   worden   ist.   Und   mein   Hund   hat   sich   den   Ballen verletzt. Das dauert jetzt zwei Wochen ... dMP: Hat Ihr Hund beim Rennen reussiert? Rebecca    Melinc:    Er    hat    nur    einen    Sololauf    bestritten,    weil    er    noch    keine Rennlizenz   hat.   Die   werden   auch   für   Rüden   und   Weibchen   getrennt   gewertet, ansonsten werden die Rennen vom Geschlecht her gemischt. dMP: Haben da nicht die Rüden einen Vorteil? Rebecca   Melinc:   Eigentlich   haben   die   Hündinnen   einen   Vorteil,   weil   sie   leichter sind,   weswegen   bei   den   Whippets   die   Rennklasse   und   die   nationale   Größenklasse eingeführt   wurde.   Alle   Rüden,   die   über   51   cm   Schulterhöhe   haben   laufen   in   der nationalen     Größenklasse.    Aufgrund     häufiger     Verletzungen     hat     man     diese Kategorie   eingeführt.   Bei   fünf   oder   sechs   Hunden,   die   alle   auf   der   Innenbahn laufen    wollen,    kann    es    schon    bei    so    großen    und    schweren    Rüden    auch    zu schweren Verletzungen kommen. dMP: Herzlichen Dank für den Einblick!  
Fr.   Dr.   Rottraut   Ille:   Mit   sechzehn   Jahren   habe   ich   noch   in   Kärnten   meinen ersten   Afghanen   gesehen   und   habe   sofort   gewusst,   dass   das   meine   Rasse   ist. Während   des   Studiums   habe   ich   meinen   ersten   Hund   1980   gekauft;   seither habe ich Afghanen. Schon 1985 habe ich meinen ersten Wurf gemacht. dMP: Sie züchten also? Fr. Dr. Rottraut Ille: Ja. dMP: Was ist für Sie die Besonderheit von Afghanen? Fr.   Dr.   Rottraut   Ille:   Die   Bewegung   natürlich   und   die   Eigenständigkeit.   Es   ist aber   keine   einfache   Rasse   und   sicherlich   keine   „Starterrasse“.   Ich   züchte   stark in    Richtung    Unabhängigkeit    und    Jagdtrieb,    Schönheit    und    Leistung.    Meine Afghanen gehen jede Woche auf die Rennbahn und laufen trotzdem frei. dMP: Windhunde sind ja grundsätzlich Jagdhunde. Fr.    Dr.    Rottraut    Ille:    Ja!    Die    Bewegung    ist    beim   Afghanen    einzigartig,    das federnde   Gangwerk,   gepaart   mit   stolzer   Haltung!   Dabei   laufen   meine   Hunde auch   regelmäßig   international   und   Coursings.   Die   Ehsada,   sie   ist   acht   Jahre   alt, hat   heute   nur   den   Funktionärslauf   gemacht.   Die   Farasha   ist   bei   den   Sololäufen dabei.   Sie   war   im   ersten   Lauf   die   Schnellste,   wobei   bei   den   zwei   Sololäufen   die Zeiten   addiert   werden,   im   Gegensatz   zu   den   Feldläufen,   wo   nur   der   Finallauf zählt.   Im   ersten   Lauf   wird   nach   den   erreichte   Zeiten   nur   die   Reihenfolge   der Startboxen ermittelt. dMP: Wie alt werden Afghanen? Fr.   Dr.   Rottraut   Ille:   Im   Durchschnitt   zwölf   Jahre   alt   -   zeigt   auf   einen   ihrer liegenden Afghanen   -   sie   ist   fünfzehn!   Sie   geht   dann   noch   zum   Seniorenlauf   am Schluss! ( Sie ist oben im Video als letzter Hund zu sehen!) dMP. Sind Afghanen - auch gesundheitlich - pflegeleicht? Fr.   Dr.   Rottraut   Ille:   Ich   züchte   grundsätzlich   auf   Vitalität,   das   heißt   nicht   zu eng   und   Schönheit   und   Leistung   sind   eine   gute   Voraussetzung   für   Gesundheit! Wichtig   ist,   dass   nicht   zu   extrem   gezüchtet   wird   und   dass   sie   regelmäßig trainiert   werden.   Bewegung   ist   für   uns   und   die   Hunde   gut.   Wir   sind   jeden   Tag zusammen drei Stunden unterwegs! dMP: Für die Zucht kommen die Rüden von extern? Fr.   Dr.   Rottraut   Ille:   Ich   fahre   immer   zu   ihnen.   Ich   habe   viel   mit   Vlasto   Vojtek in   der   Slowakei   gezüchtet,   der   auch   auf   Schönheit   und   Leistung   geht.   Das letzte   mal   habe   ich   einen   französischen   Rüden   verwendet.   Wenn   die   Rüden   auf eigenem   Terrain   sind,   decken   sie   sicherer,   deswegen   müssen   wir   auch   immer hinreisen. Das ist notwendig, weil nicht alle Rüden so deckstark sind.
dMP: Wie viel Zeit brauchen Sie für die Pflege? Fr.   Dr.   Rottraut   Ille:   Sie   werden   jeden   Tag   gebürstet   und   gekämmt.   Ungefähr eineinhalb   Stunden   am   Tag,   in   Summe   verwende   ich   fünf   Stunden.   Aber   auch neben meiner Arbeit habe ich das immer geschafft. dMP: Waren Sie in der Hundeschule? Fr. Dr. Rottraut Ille: Nein, das habe ich immer selber gemacht. dMP: Wie ist das mit dem Jagdtrieb der Afghanen, wenn sie frei laufen? Fr.   Dr.   Rottraut   Ille:   Hier   am   Marchfeld   kann   ich   sie   nicht   auslassen,   da   laufen sie   den   Hasen   nach,   womit   die   Jäger   natürlich   keine   Freude   haben.   Aber   im Prater oder am Laaerberg geht das. dMP: Damit sie im Training für die Rennen bleiben? Fr.    Dr.    Rottraut    Ille:    Dafür    haben    sie    eine    Rennlizenz.    Es    wird    in    einer Verkehrstauglichkeitsprüfung    das    Wesen    überprüft,    dann    müssen    sie    zwei Sololäufe   mit   Beisskorb   und   Renndecken   absolvieren,   damit   man   sieht,   dass   sie auch    wirklich    auf    das    Lockmittel    gehen    und    nicht    einem    anderen    Hund nachlaufen.   Und   dann   müssen   sie   zwei   Läufe   in   einem   Dreierfeld   machen,   mit dem   Lizenzhund   in   der   Mitte   und   auf   den   beiden   Seiten   die   Begleithunde.   Es muss   dann   bei   jedem   Lauf   zumindest   einen   Überholvorgang   geben.   Das   kann ein   aktiver   sein,   dass   der   Lizenzhund   überholt,   oder   ein   passiver,   dass   er überholt wird. dMP: Kann man das im Lauf steuern? Fr.   Dr.   Rottraut   Ille:   Das   muss   man   sogar   steuern,   weil   der   Lauf   sonst   nicht   gilt. Man   kennt   von   den   Begleithunden   auch   die   Zeiten,   die   sie   laufen,   weil   man   für den   Antritt   zur   Prüfung   ohnedies   im   Vorfeld   sechs   Solo-   und   Trainingsläufe   und zwei Feldläufe machen muss. So stellt man dann auch die Hunde zusammen. dMP: Das funktioniert von vornherein? Fr.   Dr.   Rottraut   Ille:   Nein,   weil   ja   nicht   jeder   Hund   sauber   läuft.   Sie   dürfen während    des    Laufes    nicht    einmal    auf    die    Seite    schauen.    Nur    auf    das Lockmittel.   Das   ist   Veranlagung.   Nach   fünf   Monaten   -   also   etwa   nach   dem zweiten Lauf - hat das unsere Kleine bereits gehabt. dMP: Wie sind hier die Zeiten, auf der Kurzstrecke? Fr.    Dr.    Rottraut    Ille:    Das    ist    von    Rasse    zu    Rasse    sehr    unterschiedlich,    die Afghanen Sololäufe waren zwischen 30,19 und 34,20. dMP: Ist die Kurzstrecke eine ungewohnte Distanz?  Fr.   Dr.   Rottraut   Ille:   Man   könnte   auch   weitergehen,   dann   sind   es   600   Meter, normalerweise    sind    die    Strecken    480    Meter.    Die    Strecke    hier    ist    eine anerkannte Kurzbahn für internationale Rennen.
Man braucht viel Erfahrung, um Körpersprache und Mimik von Hunden deuten zu können!
Rebecca Melinc ist als Kassierin im Verein tätig.
Frau   Mag.   Gaischnek   ist   als   Tierärztin   auch   im   Verein   tätig   und   arbeitete   lange Zeit   für   den   Tierschutz.   Sie   berichtet   aus   erster   Hand   auch   als   Hundebesitzer von   acht   Azawakhs   von   den   europäischen   und   afrikanischen   Windhunderassen. Und erzählt Interessantes aus den Hundestationen. Fr.   Mag.   Gaischnek:   Die   Hunde   sind   in   Österreich   in   zehn   Gruppen   eingeteilt, die   Windhunde   mit   dreizehn   Rassen   gehören   zur   Gruppe   10.   Der   größte   bei   den Windhunden   ist   der   Irish   Wolfhound,   ein   Rauhaar.   Die   englischen   Rassen   sind der   Greyhound   und   der   Whippet,   der   Greyhound   der   armen   Leute.   In   England hat    man    auch    immer    gewettet,    allerdings    konnten    sich    die    armen    Leute      Greyhounds   nicht   leisten,   auch   wegen   der   Futtermengen,   wollten   aber   auch wetten   und   haben   deshalb   den   Whippet   gezüchtet.   Der   kleinste   Windhund   ist das    Italienische    Windspiel,    er    hat    zwischen    drei    und    fünf    Kilo.    Zu    den orientalischen   Rassen   gehören   der   Saluki   und   der   Sloughi,   der Azawakh   und   der Afghane.    Der   Azawakh    beispielsweise    stammt    aus    Mali    (Anm.:    Westafrika, südlich   von   Algerien)   und   ist   von   den   Windhunderassen   als   letzte   anerkannt worden,   weil   er   von   den   Tuaregs   kommt,   die   Nomaden   waren.   Sie   waren wirklich   nur   Hunde   für   die   Tuaregs   und   damit   auch   ein   Statussymbol,   wie   die Araberpferde.   Erst   in   den   Achtziger   Jahren   kamen   die   ersten   vier   Azawakhs nach   Europa.   Zwei   hat   der   französische   Botschafter   bekommen   und   zwei   der jugoslawische.   Sie   durften   sich   die   Hunde   aussuchen,   der   jugoslawische   hat sich   eher   die   Wächter   ausgesucht,   der   Franzose   die   eleganteren.   Aus   diesen vier   Hunden   ist   die   europäische   Population   entstanden,   woraus   natürlich   ein großes    Problem    mit    der    Inzucht    entstanden    ist.    Die    Jugolinie    ist    bereits ausgestorben   -   meine   erste   Hündin   war   aus   dieser   Linie   und   die   war   gefährlich! Im   Jahre   1996/   97   wurden   die   ersten   Expeditionen   nach   Mali   unternommen, um   auch   Hunde   zu   holen.   Kaufen   konnte   man   sie   nicht,   sondern   musste   mit den   Tuaregs   befreundet   sein.   Das   war   ein   Geschenk,   oder   im   Tausch   gegen   ein Kilo   Salz.   Damals   sind   einige   nach   Europa   importiert   worden.   Dadurch   dass   die Tuaregs   nicht   mehr   nomadisieren   können,   erleiden   sie   Hungersnöte   und   haben andere   Probleme   als   ihre   Hunde.   Ich   glaube,   dass   alle   Hunde,   die   in   den   ersten zehn   bis   fünfzehn   Jahren   heraufgeholt   wurden,   Mischlinge   sind.   Das   hat   mit einem Azawakh nichts mehr zu tun. dMP: Gibt es von der französischen Seite her noch die reine Rasse? Fr.   Mag.   Gaischnek:   Ja.   Die   Showlinie   ist   aber   sehr,   sehr   schmal   und   hoch   und auch   sehr   instabil   bereits.   Für   mich   ist   ein   Azawakh   wie   jeder   Windhund   ein Jagdhund.    Meine    sind    schmal,    aber    es    gibt    noch    viel    schmälere.    Meine Hündinnen   haben   eine   Vorbrust,   schon   eine   tiefe   Brust,   obwohl   sie   erst   sieben Monate alt sind. Von    den    europäischen    Windhunden    gibt    es    noch    den    Magyar   Agar,    dessen Population   im   zweiten   Weltkrieg   ziemlich   reduziert   wurde,   die   Ungarn   wollten aber   auch   einen   Laufhund   haben   und   haben   deshalb   Greyhounds   gezüchtet.   Es wurden   dann   aber   noch   bei   den   Bauern   ein   paar   Linien   vom Agar   gefunden,   auf denen   jetzt   wieder   aufgebaut   wird.   Der   polnische   Chart   Polski   ist   auch   sehr schwierig    in    der    Erziehung    und    sehr    griffig.    Er    ist    für    die    Jagd    und    als
Wachhund   gezüchtet   und   bringt   30   -   40   Kilogramm   auf   die   Waage.   Da   hast schon   was   an   der   Leine!   Man   sieht   sie   auch   fast   nur   mehr   in   Polen.   Die Deutschen   züchten   eigene   Standards   von   den   Chart   und   haben   meiner   Meinung nach Greyhounds eingekreuzt. dMP: Sind die Windhunde grundsätzlich schwierig im Charakter? Fr.   Mag.   Gaischnek:   Ja!   Das   Problem   ist,   dass   die   Windhunde   einerseits   für   die Jagd,   fürs   Hetzen   gezüchtet   wurden   und   die   anderen   fürs   Rennen.   Das   waren und   sind   keine   Familienhunde!   Sie   wurden   auch   nie   auf   Gehorsam   gezogen, denn   ein   Hetzhund   darf   nicht   auf   den   Befehl   warten.   Er   muss   selber   denken und selber arbeiten. dMP: Sollte man "hundeerfahren" sein, um einen Windhund zu nehmen? Fr.   Mag.   Gaischnek:   So   würde   ich   das   nicht   sagen,   wenn   jemand   mit   der Eigenständigkeit   von   Katzen   gut   umgehen   kann,   die   nicht   diesen   "hündischen" Gehorsam   haben,   würde   auch   ein   Windhund   passen.   Wer   einen   Schäferhund hat,   dem   würde   ich   nie   einen   Windhund   geben.   Das   geht   schief.   Ich   habe   auch oft   Leute   in   der   Praxis   gehabt,   die   gemeint   haben   dass   die   Windhunde   so   arm sind.   Verhindert   wurde   in   Österreich,   dass   auch   der   Wettsport   mit   Hunden   Fuß fassen    konnte.    Diese    professionellen    Sporthunde    fliegen    dann    nach    zwei Jahren raus und es entwickelt sich so etwas wie " Windhunde in Not ". dMP: Das gab es eine zeitlang auch mit dem Galgo. Fr.   Mag.   Gaischnek:   In   Spanien   versteht   man   herkömmlich   unter   Galgo   einen Jagdhund.   Sie   sind   in   dem   Sinne   nicht   reinrassig,   sondern   es   ist   wichtig,   dass er   jagt.   Mit   eineinhalb   Jahren   ist   der   Hund   kaputt.   Der   echte   Galgo   ist   eine aussterbende   Nationalrasse   und   wurde   dadurch   von   der   EU   "gesponsert".   Jeder Bauer,   der   einen   Galgowurf   hatte,   hat   von   der   EU   Geld   bekommen.   Der   Bauer hat   den   Hund   an   einen   Jäger   verkauft.   Der   Jäger   hat   den   Hund   ausprobiert   und hat   er   nicht   funktioniert,   hat   er   ihn   in   eine Auffangstation   gebracht   und   dafür Geld   bekommen!   Der   Hund   ist   in   der   Hundestation   gesessen   und   Spanien   hat eine   Kopfgeldquote   gefördert.   Das   heißt,   jedes   Tierschutzhaus   hat   für   jeden Hund   Geld   bekommen.   Je   mehr   Hunde   -   desto   mehr   Geld.   Dann   kamen   die Mitteleuropäer   und   haben   die   Hunde   "gerettet"-   und   für   den   Hund   bezahlt.   Bis der   Hund   nach   Österreich   oder   Deutschland   gekommen   ist,   wurde   dafür   fünf Mal   bezahlt!   Das   Problem   ist,   dass   die   Leute   das   nicht   wissen.   Und   dann   sind das   die   armen,   geretteten   Hunde   aus   Spanien.   So   lange   wir   das   unterstützen wird   Spanien   diese   Viecher   produzieren!   Bei   Galgotreffen   sieht   man   sogar Beaglemischlinge!   Ein   echter   Galgo   schaut   ganz   anders   aus:   Das   sind   extrem schlanke   und   hochbeinige   Hunde   mit   einem   extrem   langen   Schwanz.   Ähnlich ist   es   in   Mitra:   Man   ruft   dort   an   und   sagt,   dass   man   einen   Mops   mit   blauen   und weißen   Punkten   will   und   eine   Woche   später   haben   sie   ihn   dort!   Ich   sage   nicht, dass   arme   Hunde   keinen   Platz   brauchen,   aber   es   hat   seine   Grenzen   ...   Ich habe ja auch lange im Tierschutz gearbeitet und tue es nicht mehr. dMP: Herzlichen Dank für das Gespräch!
Abigail Lovely Bono Venandi