der muerzpanther
NACH OBEN
DIE HITZELAST BRINGT UNS UM! Nein!   Greenpeace   hat   kein   Ranking   erstellt,   welche   Großstädte,   Städte   oder   Dörfer   als   erste   der   Verglühung anheimfallen   werden.   Aber   Greenpeace   hat   erhoben,   welche   die   hitzebelastetsten   (so   muss   das   heutzutage superlativst   ausgedrückt   werden)   Städte   Österreichs   sind.   Und   da   sticht   ein   Bundesland   besonders   hervor: Kärnten!   Das   überrascht   Sie   jetzt   vielleicht   -   und   doch   liegen   Wolfsberg,   St.   Veit   und   Völkermarkt   beim Verglühungskoeffizienten   weit   in   Führung!   Zur   Erinnerung:   Ein   Koeffizient   ist   eine   feste   Zahl,   die   mit   einer Variablen   multipliziert   wird. Als   feste   Zahl   nehmen   wir   die   (fehlende)   Begrünung   einer   Stadt   und   multiplizieren mit den Hitzetagen eines Jahres, charakterisiert durch    30°C.
Greenpeace   geht   natürlich   in   seinen   Recherchen   sehr   sorgfältig   vor,   für   diese   alarmierende   Auswertung   des „Hitze   Checks“   trugen      Satellitendaten   (!!!)   bei,      bei   der   Greenpeace   die   Grünflächen   von   80   Städten   unter   die (Satelliten)   Lupe   genommen   hat.   Ausschlaggebend   für   dieses   Horrorszenario   der   Hitzebelastung   waren   die Grünflächen der Städte. Oder anders ausgedrückt: die Versiegelung, die Betonflächen, die Verbauung. Wie   das   Schicksal   es   so   will,   kenne   ich   St.   Veit   an   der   Glan   wirklich   gut.   Ich   glaube,   es   gibt   dort   keinen   Punkt, von   dem   man   nicht   innerhalb   von   15   Minuten   zu   Fuß   aus   der   Stadt   (durch   Parkanlagen   und   der   begrünten, altehrwürdigen   Stadtmauer)   in   Wald/   Felder/   Grünland   kommt.   Aber   der   Hauptplatz   ist   tatsächlich   in   seiner Gänze   versiegelt   und   -   zumindest   als   ich   das   letzte   Mal   dort   war   -   mit   Kakteen   begrünt!   Nimmt   man   daher   nur den   Hauptplatz   und   die   direkt   angrenzenden   Häuserzeilen,   muss   St.   Veit   an   der   Glan   zur   Hitzehölle   mutieren. Nimmt   man   300   Meter   im   Umkreis   mehr   dazu,   schaut   die   Sache   wieder   gänzlich   anders   aus   -   ist   aber   nicht gewünscht!   Für   die   Untersuchung   und   Auswertung   wurde   der   Fokus   auf   die   Grünflächen   im   Zentrum    gelegt! Die   Lage   sei   vor   allem   in   Wolfsberg   kritisch:   Hier   trifft   die   höchste   Hitzebelastung   (40   Hitzetage)   auf   den   mit Abstand   geringsten   Grünanteil   im   Stadtzentrum   (17,5   Prozent   -   daraus   wird   dann   der   Koeffizient   gebildet! ).   Für   die   Untersuchung   stand   das   Ergebnis   offenbar   bereits   fest,   dafür   mussten   halt   die   richtigen   Parameter gefunden werden, die das Ergebnis belegen sollen … und sie wurden gefunden!
Betrachtet   man   beispielsweise   die   Einwohnerdichte,   die   natürlich   für   die   Verbauung   ausschlaggebend   ist,   so kommt   man   zu   einem   Schluss:   Man   zieht   -   laut   Greenpeace   -      im   Sommer   am   besten   nach   Graz.   Denn   dort   gibt es   mitten   in   der   Stadt   ausreichend   Grünflächen.   Kaum   ein   Bewohner   in   Graz   kann   allerdings   diese   so   schnell erreichen,   wie   einer   der   11.000   Einwohner   aus   Völkermarkt   im   Wald   ist!   Aber   die   Umgebung   gehört   ja   wohl nicht zum Stadtgebiet dazu … Greenpeace   hält   das   natürlich   nicht   ab,   etwas   in   Relation   zu   stellen,   was   eigentlich   vollkommen   sinnlos   ist, verständlich   aber,   um   die   Menschheit   zu   überzeugen,   dass   diese   Organisation   für   unser   aller   Überleben   wichtig ist.   Genauso   gut   könnte   man   vermitteln,   dass   die   Zahl   und   Ursache   der   Hitzetage   mit   der   durchschnittlichen Anzahl   an   Fernsehern   der   Haushalte   zusammenhängen   (hitzeverursachendst   durch   Produktion,   Lieferweg,   Ver- trieb),   oder   die   Nachttemperaturen   in   Relation   zu   brütenden   Mehlschwalben   stellen.   Für   Beispiel   1   kommt dann   als   vielleicht   extremst   gefährdetste   Gemeinde   Parapatitschberg   im   Südburgenland   in   Frage,   wenn   die fünfzehn   Einwohner   acht   Fernseher   besitzen.   Bei   durchschnittlich   0,53   Fernsehern   pro   Person   und   34   Hitze- tagen   gibt   das   den   österreichweiten   Spitzenkoeffizienten   von   18,1! Auch   hierbei   liegt   Graz   deutlich   besser:   bei nur 8,9! Das kommt mir vor wie der Beweis für den Spruch: „Nachts ist es kälter als draußen.“ Eine   Lösung   hat   Greenpeace   natürlich   auch   parat.   Greenpeace   will   die   Städte   in   die   Pflicht   nehmen:   Mit   der "NaturStadt-Garantie"   könnten   Metropolen   ihren   Bewohnern   verbindlich   zusichern,   den   Grünflächenanteil   zu erhöhen   und   die   urbane   Hitze   effektiv   zu   bekämpfen.   Oder   noch   besser   wäre   es,   die   Hitzetage   zu   verbieten   - natürlich bei un/absichtlichster Überschreitung der Gemeinden mit Strafen!
Völkermarkt in Kärnten wird wahrscheinlich bald unbewohnbar sein! Bewohner sollten sich jetzt schon darüber Gedanken machen, in welche Großstadt mit höherem Grünanteil sie ziehen wollen! Es könnte sonst zu spät sein … Ach ja: Völkermarkt hat 79 EW pro qkm, Graz beispielsweise 2393 EW pro qkm. Fotocredit: Wikipedia
Eine ähnliche Hölle wie Völkermarkt stellt zum Leben auch Wolfsberg dar. Wie man auf dieser Stadtansicht erkennen kann, ist Entkommen unmöglich! Im Sommer muss man leiden … unentrinnbar gefangen auf dem Hohen Platz! Fotcredit: Wikipedia
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