EIN KONZEPT FÜR DIE VERGANGENHEIT Der   Bahnhof   in   Neuberg   an   der   Mürz   empfiehlt   sich   in   seiner   jetzigen   Nutzung   jedem,   der   an   der   Zukunft   kein Interesse   hat.   Seit   der   Verein   „Bahnhof   Neuberg   -   miteinander   gestalten“   gegründet   wurde,   mit   dem   vorder- gründigen   Ziel,   eine   tolle,   private   Nutzung   zu   verhindern,   hat   sich   leider   nicht   sehr   viel   getan.   So   oft   kann   das Wort   „Treffpunkt“   auch   in   Radiosendungen   gar   nicht   fallen,   dass   er   Realität   wird.   Denn   der   Bahnhof   ist   alles andere:   Schauplatz   für   das   Eigeninteresse   einiger   ganz   Weniger,   das   Prolongieren   von   historischen   Erzählungen vom   Kaiser   und   vom   industriellen   Niedergang   einer   Region   bringt   nichts.   Vor   allem   aber   ist   er   immer   versperrt, geschlossen,   zu.   Ein   „Treffpunkt“   soll   aber   in   meinen Augen   etwas   anderes   sein:   Ein   örtliches Angebot   in   einem ansprechenden Ambiente,   das   täglich   über   das   ganze   Jahr   hindurch   nutzbar   ist.   Laut   dem   Digitales   Wörterbuch der   deutschen   Sprache   wird   Treffpunkt   folgendermaßen   charakterisiert:   Ein   beliebter   Platz,   an   dem   sich Menschen   regelmäßig   ohne   feste   Absprache   einfinden   (zum   Beispiel   ein   Café   oder   ein   Dorfplatz) .   Oder   Wiki: Ein   Treffpunkt   ist   ein   meist   markanter   Ort,   der   es   ermöglicht,   dass   sich   ein   Personenkreis   dort   absichtlich einfindet oder eine unbegrenzte Menge von Personen dort ohne Verabredung begegnet. Das   Konzept   der   Vergangenheit   sieht   in   dem   Fall   für   die   Nutzung   des   Bahnhofes   durchaus   ähnliches   vor   -   mit geringen Unterschieden: Beliebter Platz?  Zufällig kommen selten aber doch ein paar Spaziergänger mit ihren Hunden vorbei … Menschen   regelmäßig   ohne   feste   Absprache   einfinden?    Regelmäßig   stimmt,   denn   laut   Veranstaltungskalender findet   im   Schnitt   alle   ein   bis   zwei   Monate   eine   einzige   Veranstaltung   statt!   Ohne   feste   Absprache   sagen   sich dort höchstens Fuchs und Hase gute Nacht! Das aber wenigstens ungestört jeden Abend!
Das   Konzept   für   die   Nutzung   entspringt   den   alleinigen   Eigeninteressen   der   Vereinsmitglieder,   ohne   ein   Angebot für   die   zukünftige   Gestaltung   zu   entwickeln.   Ohne   ein   Angebot   der   Jugend   zu   machen   (die   dann   nicht   nur   mit Schulklassen   hinkommen),   ohne   ein   Angebot   für   die   zu   machen,   die   sich   schon   lange   wieder   einen   echten Treffpunkt für Neuberg wünschen.   Kinderbuchlesungen sind immer nett, aber dazu braucht es den Bahnhof nicht und schon gar nicht den Verein … Second   hand   Kleidung   anzubieten   ist   immer   nett,   aber   dazu   braucht   es   den   Bahnhof   nicht   und   schon   gar   nicht den Verein … Private   Geburtstagsfeiern   zu   veranstalten   ist   immer   nett,   aber   dazu   braucht   es   den   Bahnhof   nicht   und   schon   gar nicht den Verein… Die   Auftritte   der   Trachtenmusikkapelle   Neuberg   sind   wirklich   bereichernd,   aber   dazu   braucht   es   den   Bahnhof nicht und schon gar nicht den Verein… Und   noch   dazu   hätte   das   Alles   mit   dem   vom   Verein   verhinderten   Privatengagement   auch   stattfinden   können, allerdings   nicht   in   der   bisweilen   anhaltend   klirrenden   Kälte   der   Räumlichkeiten.   Aber   zumindest   kommt   man aufgrund   der   fehlenden   Heizung   als   Besucher   in   den   Genuss   einer   gratis   Kryotherapie   …   das   soll   gegen   Rheuma und Fibromyalgie helfen! Das   weitere   „Angebot“   zielt   auf   klassische   Musik   ab.   Und   damit   Sie   mich   nicht   falsch   verstehen:   Ich   liebe klassische   Musik   (genauso   wie   Jazz   und   Popkultur).   Es   macht   aber   überhaupt   keinen   Sinn   dieses   klägliche Angebot   mit   zwei   oder   drei      Musikveranstaltungen   im   Jahr   als   Begründung   für   das   Betreiben   eines   Gebäudes anzuführen,   nur   um   eine   Nutzung   und   ein Angebot   in   diesem   Baujuwel   zu   verhindern,   die   der Allgemeinheit viel   umfangreicher   zur   Verfügung   stünden.   Diese   haben   bisher   schon   immer   -   halt   an   einem   der   vielen anderen      Veranstaltungsorte   in   Neuberg   -   stattgefunden.   Wie   auch   der   Ö1   Sendung   am   13.   9.   zu   entnehmen   war, wurde   wieder   einmal   nur   über   die   Vergangenheit   gesprochen,   dass   das   Gebäude   weiterhin   noch   baufällig   ist, dafür   aber   war   herauszuhören,   dass   keinerlei   Konzept   erstellt   wurde,   wie   der   ehemalige   Bahnhof   in   Zukunft genutzt   werden   soll !   Dieses   Konzept   für   die   Vergangenheit   wird   dem   Bahnhof   nichts   bringen,   der   Gegend   nichts bringen,   da   ohnedies   immer   die   selbe   Klientel   aus   den   Wiener   Kultur-   Beziehungskreisen   des   Vereins   (siehe Kaup   Hasler,   Kulturstadträtin   Wien    -   warum   nicht   der   steirische   Kulturlandesrat   Karlheinz   Kornhäusl ?, Vortragende:   Dr.   Michael   Paul,   Wien;   Dr.   Peter   Röbke,   Wien;   Dr.   Hanns   Christian   Stekel,   Wien;   …   künstlerische Intervention:   Puppenspiel   –   Christoph   Bochdansky,   Wien;   Schlagzeug   –   Sebastian   Schwarz,   Wien)   hier   Hof   hält, und   der   Region   nichts   bringen,   wenn   Touristen   vor   immer   geschlossenen   Türen   stehen.   Dafür   wird   zwei   Tage lang   über   Kultur   diskutiert,   wahrscheinlich   in   gemütlichen   Sitzkreisen   und   bestätigt,   dass   dies   die   bestmögliche Nutzung   ist   und   alles   andere   unbedingt   verhindert   werden   muss.   (Hatten   wir   das   nicht   gerade   beim   ORF Sitzkreis?)   Diese   anmaßende   Herangehensweise   ist   schon   einmal   vor   kurzem   erbärmlich   gescheitert   -   Stichwort Neuberg   College! Aufgewärmt   schmeckt   höchstens   das   Gulasch   besser,   das   meiste   andere   schlägt   einem   übel   auf den Magen! All   diese   Errungenschaften   zeigen   auf,   wie   viel   „Treffpunkt“   der   Bahnhof   für   die   Neuberger   und   Umgebung   ist. Aus   diesem   Wort   kann   man   sinnvoll   nur   eines   ableiten:   Vom   Treffpunkt   bleibt   der   Punkt   und   das   Aus   für   den Bahnhof!
Mit dem vom Verein Bahnhof Neuberg gestalteten Konzept aus einer Mischung von ewig Gestrigem und gleichzeitiger Ignoranz für die Zukunft und die Wünsche der Einheimischen wird es gelingen, dass der Bahnhof in wenigen Jahren wieder dem Nutzungs- und Bauverfall ausgesetzt sein wird. Dafür bräuchten die „älteren Herren“ (O-Ton Ö1 Gespräch vom 13.9.)  nicht demonstrativ im Gebäude herumschaufeln. Foto: der MÜRZPANTHER