der muerzpanther
Motorlärm erwartet man sich hier umsonst … Dafür gibt es Crashs, Zeitnehmung und Action! Es   erinnert   vieles   an   Motorsport,   wir   haben   aber   einen   Verein   besucht,   der   Modellsport betreibt.   Es   gibt   das   Fahrerleger,   die   Technikstraße   und   spektakuläre   Sprünge   der   Buggys. Gefightet   wird   auch   um   jede   Position   und   jeden   Platz.   Inklusive   finaler   Siegerehrung.   Im Gespräch   mit   dem   Obmann   des   Team   Speedfreaks Austria   haben   wir   auch   Grundlegendes   über die Automodelle, Streckenbeschaffenheit und das Reglement erfahren. Der Sieger steht am Sonntag, den 16. Juni fest.
dMP: Seid ihr ein großer Club für Österreich? Thomas   Rossegger:   Für   einen   Club   haben   wir   viele   Mitglieder   aber   nicht   viele aktive   Fahrer.   Die   Clubs   in   den   großen   Städten,   wie   in   Graz   oder   Wien   haben bedeutend   mehr   Fahrer.   Zu   den   Rennen   muss   man   sich   auch   bewerben   und   die Fahrer   kommen   sehr   gerne   zu   uns   nach   Krieglach   -      weil   das   Umfeld      passt!   Die österreichischen   Meister   kommen   auch   oft   aus   dem   Wiener   Raum.   Überhaupt   ist der    Osten    von    Österreich    sehr    dominant!    Oft    gibt    es    alleine    in    Städten    drei Vereine, bei uns ist der nächste in Bruck.  dMP: Und der Westen des Landes? Thomas      Rossegger:      Die      Vorarlberger      und      Tiroler      haben      auch      eigene Meisterschaften,   eine   steirische   Meisterschaft   gibt   es   beispielsweise   gar   nicht. Salzburger    sind    heute    hier    und    Oberösterreicher!    NÖ,    Wien    und    Burgenland natürlich   auch.   Auch   aus   Slowenien   nahe   der   Grenze   haben   wir   heute   drei,   vier Starter. dMP: Wodurch zeichnet sich Eure Strecke aus? Thomas   Rossegger:   Diese   Bahnen   mit   Lehm,   wie   wir   sie   hier   haben,   war   früher
Standard,   mittlerweile   wurden   aber   viele   auf   Teppich   geändert.   Dort   hat   man viel   mehr   Grip,   aber   der   Charme   vom   Buggyfahren   geht   etwas   verloren.   Das haben    wir    hier    bei    uns    auf    der   Asphaltbahn.(Anm.:    die    zweite    Strecke    des Vereines   Team   Speedfreak Austria)   Zum   Buggyfahren   gehört   aber   auch   dazu,   dass es   ein   bisschen   schmutzig,   holprig   und   staubig   ist.   Das   hat   man   am   Teppich überhaupt   nicht   mehr.   In   ganz   Österreich   gibt   es   leider   nur   mehr   zwei   oder   drei Vereine mit einer Lehmbahn. dMP:    Gibt    es    für    die    Strecke    um    Meisteschaften    austragen    zu    können Kriterien, die erfüllt werden müssen? Thomas   Rossegger:   Die   Strecke   muss   eine   gewisse   Länge   haben,   ebenso   eine gewisse    Breite,    und    sie    muss    dadurch    auch    eine    Mindestzeit    bieten.    Zehn Sekunden   wären   zu   kurz.   Hier   haben   wir   eine   Fahrzeit   von   ca.   25   Sekunden.      Der Rekord,   der   sich   aber   von   Jahr   zu   Jahr   ändert,   liegt   heuer   bei   24   Sekunden. Vielleicht   brechen   wir   den   heute,   weil   es   über   Nacht   etwas   feucht   war   und   der Lehm heute besser ist. dMP: Danke für das Gespräch!  
dMP:     Ihr     veranstaltet     einen     österreichischen     Staatsmeisterschaftslauf.       Welche Teams sind am Start? Thomas   Rossegger:   In   der   Meisterschaft   werden   fünf   Rennen   in   ganz   Österreich gefahren.      An   den   Start   gehen   lauter   Einzelstarter,   Mannschaften   gibt   es   nicht. Diese   kommen   aus   den   verschiedenene   Vereinen.   Es   fahrt   jeder   für   sich   und wird   auch   so   gewertet.      Es   gibt   drei   Klassen:   Eine   2WD   Klasse,   die   vom   Motor her   reglementiert   ist   und   eine   2WD   Klasse   mit   offenem   Motor.   Diese   Fahrzeuge besitzen Heckantrieb.  Und dann gibt es nnoch die 4WD Klasse. dMP:    Um    welche    Fahrzeuge    handelt    es    sich    und    wie    sieht    es    mit    der Motorisierung aus? Thomas   Rossegger:   Unsere   Buggys   sind   Fahrzeuge   im   Maßstab   1:   10.   Damit   sind sie   ca.   40   cm   groß   und   haben   1,5   Kilo.   Es   gibt   auch   Maßstäbe   1:12,   und   1:8   -   da werden   sie   immer   größer.      Sie   haben   Elektromotoren,   die   von   der   Größe   her eingeteilt   werden   und   natürlich   verschiedene   Hersteller.   Vergleichbar   mit   dem Hubraum   der   Formel   1   ist   bei   uns   die   Baugröße   des   Motors.   Das   muss   jeder individuell   bei   seinem   Fahrzeug   einbauen.   Bei   der   sogenannten   Stock   Klasse allerdings    ist    der    Motor    dahingehend    reglementiert,    dass    nur    eine    gewisse Windungsanzahl zugelassen ist (Anm.:  für das Leistungslimit des Motors). Dann   gibt   es   die   2WD   mit   offenem   Motor   für   jene,   die   schon   länger   fahren   und auch   noch   die   4WD   Klasse   mit   offenen   Motor.   Die   bringen   dann   schon   ungefähr ein    PS!    Diese    werden    dann    von    einem    Litium    Polymer    Akku    mit    8,4    Volt angetrieben. Die fahren dann auch bereits 60 - 70 km/h!
dMP: Wie wird gestartet? Thomas   Rossegger:   Heute   (Anm.:   Sa,      15.   Juni)   fahren   die   Teilnehmer,   die   in Gruppen   eingeteilt   sin,   das   Training.   Sie   haben   dafür   eine   halbe   Stunde.   Am Renntag    mit    der    Vorlaufwertung    wird    am    Vormittag    die    Startaufstellung ermittelt   und   am   Nachmittag   finden   mit      Massenstart   die   Rennläufe   statt.      Diese werden   im   A-   Finale   und   im   B-   Finale   mit   jeweils   10   Teilnehmern   gefahren. Dafür qualifiziert man sich über die Zeit in seinem Lauf.   dMP: Das klingt spektakulär. Thomas   Rossegger:   Das   ist   es   auch,   denn   es   kommt   natürlich   auch   hier   in   der ersten   Kurve   zu   Unfällen   oder   Berührungen.   Während   bei   den   Vorläufen   wird alle fünf Sekunden gestartet, damit es zu keinen Behinderungen kommt. dMP:  Seht ihr Euch als Motorsportler? Thomas    Rossegger:    Eher    nicht,    weil    es    ein    Modellsport    ist.    Wir    können    an unseren   Autos   aber   wie   im   Motorsport   Fahrzeughöhe,   Spurbreite,   den   Radsturz (Anm.:   Als   Sturz   bezeichnet   man   den   Winkel   zwischen   der   Radmittelebene   und einer   Senkrechten   auf   die   Fahrbahn)   oder   das   Gewicht   einstellen.   Wenn   man   bei uns   durch   das   Fahrerlager   schaut,   gibt   es   auch   Stationen,   wo   man   beim Auto   die Reifen herunternehmen kann und mit Werkzeug die Achsen justieren kann.
Die Steilkurve auf der Strecke gehört zu den richtig spektakulären Stellen.
Für    Action    am    Ring    ist    gesorgt,    dafür garantiert auch der Ehrgeiz der Fahrer! Links:   Gut   gelaunt   am   Renntag   der   Obmann des   Team   Speedfreaks   Austria   in   Krieglach: Thomas Rosegger.