der muerzpanther
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FishME IF YOU CAN Müssen   wir   wirklich   bereits   über   jede   Reise,   die   wir   tun,   nachdenken?   Müssen   wir   über   jede   Speise,   die   wir verzehren,   nachdenken?   Müssen   wir   über   jeden   Artikel,   den   wir   kaufen,   nachdenken?   Müssen   wir   über   jeden Grad, den wir in unserer Wohnung haben, nachdenken? Alles   darf   und   muss   in   Frage   gestellt   werden   :)   Welchen   Fußabdruck   hinterlasse   ich,   wenn   ich   im   Urlaub fortfahre.   Verschmutze   ich   die   Luft   und   hinterlasse   den   Nachkommen   nur   Chaos?   Woher   kommt   der   Fisch   auf meinem   Teller?   Bin   ich   damit   verantwortlich,   dass   Gewässer   zerstört   werden?   Das   Plastik   in   der   Keksdose   ist   am Ende   gar   aus   China?   Das   geht   ja   gar   nicht!   Darf   ich   im   Winter   zu   Hause   auch   nicht   frieren,   selbst   wenn   ich   noch mit   einer   Ölheizung   heize?   Oder   werde   ich   dadurch   zum   Ziel   von   radikalen   Linken,   die   sich   vor   allem   für   die „Allgemeinheit   und   den   Umweltschutz“   einsetzen!   Geschieht   mir   schon   Recht,   wenn   mein   Heizraum   in   die   Luft fliegt. Isst mein Klopapier auch wirklich zu 64% recycelt? Leben   wir   in   einer   Zeit,   in   der   man   nichts   mehr   ohne   schlechtes   Gewissen   machen   kann?   Es   sieht   so   aus.   Im Fadenkreuz   der   wissenschaftlichen   Forschung   stehen   zur   Zeit   Gebirgsseen.   Und   deren   Bewohner,   die   bereits Verbreitung   im   15.   Jahrhundert   fanden.   So   setzten   Mönche   im   Auftrag   Kaisers   Maximilian   I.   Fische   in   Tiroler Hochgebirgsseen   aus,   darunter   atlantische   Forellen.   Manche   Nachkommen   dieser   invasiven   Tiere   leben   immer noch,   etwa   im   Gossenköllesee.   Rund   500   dieser   Forellen   schwimmen   in   dem   auf   rund   2.400   Metern   Höhe gelegenen   See   in   den   Stubaier Alpen. Aber   nicht   nur   vor   langer   Zeit,   auch   heute   werden   noch   Fische   ausgesetzt, etwa für die Gastronomie oder die Sportfischerei. Der   am   Projekt   "FishME"   beteiligte   Limnologe   Ruben   Sommaruga   vom   Institut   für   Ökologie   der   Universität Innsbruck   vermutet,   dass   aus   diesen   Gründen   "unter   anderem   Forellen   in   den   Timmelsjochsee   im   Tiroler   Ötztal und andere Hochgebirgsseen gelangt sind".
Was   gibt   es   daran   aber   zu   bemängeln?   Ein   solcher   Fischbesatz   kann   laut   Sommaruga   nicht   nur   Auswirkungen, sondern   sogar   fatale Auswirkungen   haben.   Die   Fressgewohnheiten   der   eingebrachten   Fische   schaden   den   Ökosys- temen   im   und   rund   ums   Wasser.   Entwickeln   sich   beispielsweise   weniger   Larven   zu   Mücken,   fehlen   diese   als Nahrungsquelle   für   Vögel   und   Reptilien.   Aber   auch   für   die   Fische   selbst   sind   die   kargen   Seen   kein   idealer Lebensraum.   "Sie   sind   arm   an   Nährstoffen   und   wenig   produktiv.   Das   bedeutet,   die   Fischpopulationen   können   sich nicht   in   einem   gesunden   Maße   ernähren   und   vermehren",   so   Sommaruga.   Französische   Kollegen   fischten   Fische mit   stark   deformierten   Köpfen   und   überdimensionierten   Augen   aus   Hochgebirgsseen   -   eine   Folge   von   Mangel- ernährung.   Wenn   man   das   berücksichtigt,   ist   es   wahrlich   erstaunlich,   dass   diese   Fische   bereits   500   Jahre   über- lebt   haben!   Aber   nicht   alle   Fischarten   sind   gleich   schädlich:   Eine   sticht   dabei   besonders   hervor!   Die   Elritze!     "Elritzen sind die schlimmste Fischart, die in diese Seen eingeschleppt werden", so Sommaruga. Die   kleinen   Fische   fressen   große   Mengen   an   tierischem   Plankton   wie   Wasserflöhe.   Diese   Kleinstlebewesen wiederum   ernähren   sich   von   pflanzlichem   Plankton.   Ohne   sie   kann   sich   dieses   stärker   vermehren,   was   zu   Sauer- stoffmangel   und   hohen   Nährstoffgehalten   in   den   Seen   führen   kann.   Dabei   begünstigen   steigende   Temperaturen bereits vielerorts das Wachstum von pflanzlichem Plankton.
So idyllisch wie der Schrecksee im Allgäu präsentiert sich nicht jeder Gebirgssee. Aber was spielt sich unter der Oberfläche ab? Invasive Tiere fressen das tierische Plankton! Fotocredit: pixabay
Gleich   vorweg:   Elritzen   kann   man   sogar   essen!   In   Russland,   so   erfährt   man,   werden   sie   mariniert   und   können sogar   im   Ganzen   gegessen   werden.   Eine   weitere   Verbreitung   finden   sie   allerdings   als   Köderfische. Aufgrund   ihrer Größe.   Die   Elritze,   oder   Phoxinus   phoxinus,   ist   ein   kleiner   Schwarmfisch   und   lebt   in   Gewässern   der   Forellen-, Äschen-   und   Barbenregion,   aber   auch   in   den   kiesigen   Uferzonen   von   Seen.   Ihre   Nahrung   besteht   aus   boden- bewohnenden Insekten (-larven), kleinen Muscheln und Kleinkrebsen. Damit   die   negativen   Folgen   von   Fischbesatz   auf   Ökosysteme   im   Hochgebirge   niedrig   bleiben,   brauche   es   zuerst Wissen   über   diese   Folgen   und   dann   den   Willen,   die   Fische   zu   entfernen,   betonen   die   Forscher.   "Es   ist   sehr wichtig,   dass   in   den   Köpfen   der   Menschen   ankommt,   dass   Fische   nicht   in   Hochgebirgsseen   gehören",   betonte Sommaruga.   "Viele   Menschen   denken,   dass   Fische   in   Hochgebirgsseen   gehören",   betonte   der   Limnologe.   So sagten   in   einer   im   Rahmen   des   Projekts   durchgeführten   Umfrage   332   Befragte,   Fische   zu   besetzen   sei   eine   gute Maßnahme,   338   gaben   keine Antwort,   231   gaben   an,   es   nicht   zu   wissen.   Zudem   gebe   es   in   Österreich   eine   starke Fischereilobby,   bei   der   man   bisher   auf   taube   Ohren   stoße.   Auch   sie   werden   ihre   wissenschaftlichen   Argumente für die Fische haben …
Die Elritze hat echt ein Glück, dass Berliner Linke noch nicht auf sie aufmerksam geworden sind. Sie müßten fürchten, gesprengt oder geschmort zu werden. Ah ja: Mit Limnologen haben sie aber auch nicht mehr Glück! Fotocredit: wikipedia