der muerzpanther
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TOD AM NACHMITTAG Das hat Alexej Nawalny nicht verdient. Von der kleinsten Dorfkommune bis zu den Staatsoberhäuptern schmücken sich alle mit Trauer und Empörung. „Ein politischer Mord“ titelt heute Samstag, den 17. Februar die „Presse“ und zeigt Nawalny, wie er mit seinen Händen ein Herz formt (das Bild unten).  Nawalny war für ein Regime unangenehm, das zur Zeit durch seine Kriegsführung geächtet wird. Eduard Steiner berichtet in dieser Ausgabe der „Presse“, wie er den unbekannten Nawalny zum ersten Mal traf und als erster westlicher Journalist über ihn länger berichtete. Damals - seit dem Jahre 2010 - betätigte sich Nawalny noch als Aktivist für die Rechte von Minderheitsaktionären in Aktionärsversammlungen der großen Staatskonzerne. Gazprom, Gazneft und die zweitgrößte Bank des Landes VTB. Er trat dabei gegen die Machenschaften: Einflussnahme und Begünstigung der staatlichen Institutionen auf die Politik des Landes auf. Daneben betrieb er seit 2011 auch einen blog, der sich bald gewisser Beliebtheit erfreute. Über diesen hat sich Nawalny als Pionier der Korruptionsbekämpfung etabliert. Korruption ist laut Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) „der Missbrauch von anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil“(Transparency International, et al.). Korruption ist demnach der Missbrauch einer überantworteten Macht oder Entscheidungsbefugnis, verbunden mit der Absicht, einen ungerechtfertigten Vorteil zu erlangen. Im internationalen Korruptionsindex nimmt Österreich nur mehr Rang 20 ein, in engem Umfeld der Seychellen oder der Arabischen Emirate. Betroffen und korrupt sind natürlich immer nur die anderen, in Wirklichkeit gibt es sie nicht in Gemeinden, Ländern oder Bund. Gekehrt muss immer nur vor des Nachbars Türe werden. Jetzt bietet sich Russland an. Heute sind alle betroffen, erschüttert und erbost. Wie viele von jenen stehen aber auf jener Seite, gegen die Nawalny aufgetreten ist? Es ist wie auf dem Foto, das einer Ausgabe von „Tod am Nachmittag“ von Ernest Hemingway beigestellt ist. Das Begräbnis eines Stierkämpfers mit Trauernden. Der Kommentar von Hemingway dazu lautet: Von all den Umstehenden trauert ein Einziger wirklich um den Tod des Matadors. Dieses Beileid und Mitgefühl der Umstehenden: Das hat Nawalny nicht verdient!